Medien vermuten, Gruevski sei untergetaucht

Mazedonischer Ex-Premier erschien nicht zu Haftantritt

Montag, 12. November 2018 | 12:17 Uhr

Der frühere mazedonische Regierungschef Nikola Gruevski ist am vorigen Donnerstag (8. November) nicht fristgerecht in einem Gefängnis bei Skopje erschienen, um eine zweijährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs anzutreten. Medien vermuten, dass er untergetaucht ist.

Der Ex-Premier und nationalkonservative Politiker war im Mai wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit der Anschaffung eines teuren Dienstwagens zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte kürzlich einen Haftaufschub beantragt. Das zuständige Gericht lehnte den Antrag aber ab. Es will am heutigen Montag einen zweien Versuch unternehmen, Gruevski diese ablehnende Entscheidung zuzustellen. Ein erster Versuch war gescheitert, weil Gruevski nicht an seiner Wohnadresse anzutreffen war. Laut Medienberichten will das Gericht am Dienstag Haftbefehl erwirken, sollte auch der zweite Zustellungsversuch nicht erfolgreich sein.

Gegen Gruevski, der zwischen 2006 und Anfang 2016 Regierungschef war, laufen derzeit noch mehrere weitere Prozesse. In einem soll er am Mittwoch erneut vor Gericht erscheinen. Mazedonische Medien hatten im Frühjahr errechnet, dass der nationalkonservative Politiker bis zu 20 Jahre hinter Gittern verbringen könnte, sollte er in allen diesen Prozessen verurteilt werden. Die nationalkonservative VMRO-DPMNE, deren Parteichef Gruevski jahrelang war, spricht von einer “politischen Verfolgung” des einstigen Ministerpräsidenten. Die VMRO-DPMNE wird mit zahlreichen Affären in Verbindung gebracht, darunter Wahlmanipulation mittels falscher Wählerverzeichnisse, die illegale Massenabhörung von mehr als 20.000 Bürgern, die Gängelung der Medien und Korruption.

Von: apa

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