Die Lage in Myanmar spitzt sich weiter zu

Medien: Junta-Gegner in Myanmar durch Paketbombe getötet

Dienstag, 04. Mai 2021 | 10:31 Uhr

In Myanmar nimmt die Gewalt drei Monate nach dem Militärputsch weiter zu. Medienberichten zufolge wurden am Dienstag durch mindestens eine Paketbombe mehrere Menschen getötet, die sich den Protesten gegen den Putsch angeschlossen hatten. Dabei handle es sich um einen von den Militärs geschassten Abgeordneten der NLD-Partei der gestürzten De-Facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und drei Polizisten, berichtete das Nachrichtenportal Myanmar Now.

Bei den Explosionen in einem Haus eines Dorfes in der Region Bago sei zudem ein Bewohner ums Leben gekommen. Zudem sei ein weiterer Polizist, der sich ebenfalls an der Protestbewegung des zivilen Ungehorsams beteiligt habe, schwer verletzt worden. Die Militärregierung äußerte sich nicht.

Die Lage in dem südostasiatischen Staat hat sich in den vergangenen Wochen verschärft. Zuletzt schlossen sich auch Milizen ethnischer Minderheiten dem Widerstand gegen die Militärmachthaber an, und es kam mehrfach zu Gefechten in abgelegenen Grenzregionen.

Menschenrechtsorganisationen zufolge sollen Sicherheitskräfte seit dem Putsch am 1. Februar mehr als 760 Zivilisten getötet haben. Die Militärregierung bestreitet diese Zahl und gibt an, dass mindestens 24 Sicherheitskräfte während der Proteste getötet worden seien. Sie hat ihre Medienbeschränkungen in den vergangenen Tagen verschärft und zwei weiteren Nachrichtenportalen die Lizenz entzogen. Trotz des Drucks der Junta kam es aber Medienberichten zufolge auch am Dienstag wieder zu Demonstrationen der Demokratiebewegung.

Die Armeeführung begründete den Putsch mit mutmaßlicher Fälschung der Parlamentswahl im November, die Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) haushoch gewonnen hatte, und kündigte eine neue Abstimmung innerhalb von zwei Jahren an. Seither kommt es immer wieder zu Protesten, obwohl Militär und Polizei zum Teil massiv gegen die Demonstrierenden vorgehen.

Von: APA/Reuters

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