Das chinesische Konsulat war Ziel von einem der Anschläge

Mehr als 30 Tote bei zwei Anschlägen in Pakistan

Freitag, 23. November 2018 | 12:42 Uhr

Bei zwei Anschlägen in Pakistan sind am Freitag mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. In Nordwestpakistan habe ein Selbstmordattentäter vor einer Koranschule eine Sprengstoffweste gezündet, sagte ein Behördenvertreter. Dabei starben 25 Menschen. Wenige Stunden davor versuchten in der Hafenstadt Karachi drei bewaffnete Angreifer, das chinesische Konsulat zu stürmen.

Eine Person habe sich außerhalb des Gebäudes in der exklusiven Wohngegend Clifton in die Luft gesprengt und dabei zwei Polizisten und einen privaten Sicherheitsmann getötet. Zwei weitere Angreifer seien von Sicherheitskräften in der Nähe der Visa-Abteilung getötet worden, sagte der pakistanische Außenminister Mehmood Qureshi in Islamabad. Alle chinesischen Mitarbeiter seien wohlauf und von Sicherheitskräften an einen sicheren Ort gebracht worden. Der Minister nannte den Angriff einen “feigen Versuch, die pakistanisch-chinesischen Beziehungen zu sabotieren”.

Das chinesische Außenministerium verurteilte den Angriff. Der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, sagte Journalisten in Peking, China habe die pakistanische Seite dazu aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um chinesische Institutionen im Land zu schützen.

Zu dem Angriff bekannte sich die “Befreiungsarmee Baluchistans” (BLA), die chinesische Investitionen in der südwestlichen Provinz Baluchistan ablehnt. Die Gruppe hatte im Gegensatz zu islamistischen Gruppierungen in Pakistan bis vor kurzem keine Selbstmordattentäter eingesetzt. Sie veröffentlichte Bilder von den drei Angreifern.

Fernsehbilder zeigten, wie eine schwarze Rauchwolke über dem Gebiet aufstieg. Es war weitreichend von Sicherheitskräften abgeriegelt worden. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch weitere diplomatische Einrichtungen, darunter das russische Konsulat.

Chinesische Staatsbürger und Infrastrukturprojekte sind in der Vergangenheit bereits mehrmals von islamistischen und nationalen Militanten angegriffen worden. Ein Mitglied der BLA sprengte sich im August in einem Fahrzeug in die Luft, das chinesische Ingenieure in eine entfernte Gegend von Baluchistan brachte und verletzte dabei mehrere von ihnen. China investiert im Zuge des sogenannten China-Pakistan Wirtschaftskorridors (China Pakistan Economic Corridor, CPEC) 62 Milliarden Dollar in die Energie- und Transportinfrastruktur Pakistans.

Anschläge und Gewalt waren in Pakistan in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, nachdem das Militär radikale Islamisten in mehreren Offensiven in der Nähe der afghanischen Grenze bekämpft und zurückgeschlagen hatte. Die Militanten sind aber weiterhin in der Lage, Angriffe durchzuführen.

Zu der Tat vor der Koranschule im Bezirk Orakzai in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa bekannte sich bisher niemand. Was das genaue Ziel des Attentäters gewesen sein könnte, sei unklar, sagte Khan.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz