Vielen fehlt es am Nötigsten

Mehr als 300.000 Rohingya in Bangladesch ohne Unterkunft

Dienstag, 03. Oktober 2017 | 12:04 Uhr

Mehr als 300.000 der vor Gewalt und Drangsalierung aus Myanmar geflohenen Rohingya warten im Nachbarland Bangladesch weiter auf Notunterkünfte. Zehntausende harrten bei teils heftigen Monsunregen noch unter freiem Himmel aus, berichtete die Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR arbeitetet unterdessen mit Hochdruck daran, einen Ausbruch von Durchfall-Erkrankungen unter Kontrolle zu halten. Bis Ende der Woche sollen drei Kliniken für Betroffene eingerichtet sein. Wie viele Menschen bereits erkrankt sind, ist unklar.

Die britische Entwicklungshilfe habe Ende September 20.000 Decken, 10.500 Schlafmatten und 10.000 Plastikplanen eingeflogen, so IOM. Hunderttausenden fehle es aber weiter am Nötigsten.

Die Zahl der Rohingya-Flüchtlinge liegt bereits über 500.000. Damit ist etwa die Hälfte der im mehrheitlich buddhistischen Myanmar verfolgten muslimischen Minderheit geflüchtet. Sie berichten, ihre Häuser würden niedergebrannt und ihre Dörfer zerstört. Auslöser war ein Anschlag von militanten Rohingya-Aktivisten auf Posten der Sicherheitskräfte. UNHCR und IOM schätzten die Zahl der seit Ende August in Bangladesch angekommenen Rohingya auf 507 000. Nach Schätzungen des IOM-Sprechers kommen weiter jeden Tag mehrere tausend Menschen über die Grenze.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Mehr als 300.000 Rohingya in Bangladesch ohne Unterkunft"


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zombie1969
zombie1969
Superredner
20 Tage 22 h

 Es ist falsch die Rohingya nur als Opfer hochzustilisieren. Das sind sie nicht. Auslöser dieser reliösen Kämpfe waren jedoch die ständigen Überfälle der im radikalislamischen Spektrum zu verortenden Rohingya auf buddhistische Dörfer wobei die Bewohner brutal erschlagen, die Dörfer niedergebrannt und buddhistische Symbole niedergerissen wurden. Daraufhin rächten sich die Buddhisten auf die gleiche Weise und so schaukelte sich der Konflikt immer weiter nach oben. Die Angriffe der Rohingya auf Polizei- und Militärstationen läutete nur die endgültige Eskalation ein.
  

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