Bestätigung für das Motto "Testen, Testen, Testen!"

Mehr Testen spart Geld durch geringere Spitalkosten

Dienstag, 31. März 2020 | 13:49 Uhr

Die Leute großzügig nach Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchzutesten, spart insgesamt Geld, berechneten portugiesische Forscher. Die zusätzlichen Kosten wären durch vermiedene Ausgaben bei den Krankenhausaufenthalten mehr als gedeckt. Sie veröffentlichten ihre Studie auf dem Preprint-Portal für Gesundheitswissenschaften “medRxiv”.

Die Forscher um Bernardo Sousa-Pinto vom Center for Health Technology and Services Research in Porto führten eine gesundheitsökonomische Analyse durch: Sie rechneten für Portugal, aber auch Österreich, Norwegen, Südkorea und Italien den Testkosten die verminderten Spitalkosten gegen, weil man dadurch Krankheitsfälle früher und besser erkennt, und Ansteckungen vermeidet.

“Unsere Ergebnisse zeigen, dass Covid-19-Tests in größerem Maßstab insgesamt Kosten spart”, schrieben sie in der Fachpublikation. Nur wenn kaum jemand infiziert ist, würden die zusätzlichen Testkosten die Einsparungen im Krankenhausbetrieb übertreffen.

Dies gilt sogar, wenn man die Behandlung von Corona-Patienten “nur” so teuer wie bei anderen Lungenentzündungspatienten ansetzt, obwohl sie wahrscheinlich einen deutlich höheren Preis hat, erklären die Forscher. Zusätzlich habe man die indirekten Kosten noch gar nicht einberechnet, zum Beispiel durch Produktivitätsausfälle der Erkrankten, deren Ansteckung man mit intensiveren Tests vermeiden hätte können. Die Testkosten könnten außerdem durch neue, günstigere und schnellere Diagnosekits auch noch sinken.

“Zusammengefasst, zeigt unsere Studie, wie wichtig es ist, die Testkapazitäten zum ehestmöglichen Zeitpunkt zu steigern, um Krankenhauseinweisungen zu vermeiden und damit den Druck auf das Gesundheitssystem zu mindern, sowie die Prognosen für die Patienten zu verbessern”, so die Forscher.

Bei der geplanten Stichprobenuntersuchung von 2.000 Österreichern auf eine Infektion mit dem Coronavirus regiert der Zufall. Auch wenn die Bereitschaft zur Teilnahme groß ist und sich beim federführenden Sozialforschungsinstitut SORA schon Dutzende Freiwillige gemeldet haben, “müssen wir uns streng an die Zufallsauswahl halten, damit wir nicht verzerren”, sagte Florian Oberhuber von SORA zur APA. Durchgeführt wird die Studie im Auftrag des Wissenschaftsministeriums von SORA, das die Auswahl der Stichprobe sowie die Auswertung vornimmt, in Zusammenarbeit u.a. mit dem Roten Kreuz und der Medizinischen Universität Wien. Kommende Woche sollen Ergebnisse vorliegen.

Von: apa