General Abdel Fattah al-Burhan ordnete Freilassung an

Mehrere Minister im Sudan von Putschisten freigelassen

Donnerstag, 04. November 2021 | 19:56 Uhr

Rund zehn Tage nach dem Militärputsch im Sudan hat dessen Anführer, der General Abdel Fattah al-Burhan, die Freilassung von vier inhaftierten Ministern angeordnet. Der “oberste Kommandeur der Streitkräfte” habe die Freilassung von Telekommunikationsminister Hashem Hassab Alrasoul, Handelsminister Ali Geddo, Informationsminister Hamza Baloul und Sportminister Youssef Adam angewiesen, berichtete das Staatsfernsehen am Donnerstag.

Kurz vor der Bekanntgabe der Anordnung hatte UNO-Generalsekretär António Guterres in einem Telefonat persönlich an Burhan appelliert, eine Rückkehr des Sudan zum demokratischen Übergang zu ermöglichen. Einer UNO-Mitteilung zufolge forderte Guterres seinen Gesprächspartner auf, “alle Anstrengungen zur Lösung der politischen Krise im Sudan” zu unternehmen “und die verfassungsmäßige Ordnung und den Übergangsprozess wiederherzustellen”.

Guterres forderte demnach auch die Freilassung der zivilen Regierungsmitglieder, einschließlich des unter Hausarrest stehenden Ministerpräsidenten Abdalla Hamdok. Zuvor hatte die sudanesische Armee erklärt, dass eine neue Regierung in Kürze vorgestellt werde.

Am 25. Oktober hatten Soldaten die zivilen Mitglieder der Übergangsregierung im Sudan festgenommen. Burhan rief den Ausnahmezustand aus und kündigte die Bildung einer neuen Regierung mit “kompetenten Personen” an. Der Putsch war international scharf verurteilt worden. Zuletzt hatten auch die regionalen Schwergewichte Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate eine Wiedereinsetzung der Zivilregierung gefordert.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir 2019 hatte ein sogenannter Souveräner Rat die Regierungsgeschäfte im Sudan übernommen, in dem sich Militärs und Zivilisten die Macht teilten. Die Übergangsphase sollte 2023 mit der Einsetzung einer zivilen Regierung enden. Eine hohe Inflation, wirtschaftliche Probleme und tiefe politische Spaltungen verschärften aber die Lage.

Von: APA/AFP

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