„Südtirol soll sich von Italien abkoppeln“

Meloni als Ministerpräsidentin? – Heimatbund warnt

Samstag, 23. Juli 2022 | 15:41 Uhr

Bozen – Wenn man den neuesten Wahlprognosen der italienischen Meinungsinstitute Glauben schenkt, dann kann sich die stark von faschistischen Tendenzen gekennzeichnete, rechtspopulistische Partei Fratelli d’Italia über Spitzenwerte mit Zugewinnen von 18 Prozent freuen. „Diese Partei hat aus ihrer Feindlichkeit gegen die Selbstverwaltung der Südtiroler und der Europaregion Tirol nie ein Geheimnis gemacht“, erklärt Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes (SHB).

Wenn es gegen die Südtiroler gehe, hätten leider linke und rechte Extremisten keine Berührungsängste, so der Heimatbund. 2013 und 2015 hat die Fratelli d’Italia- Bewegung die Regierung in Rom aufgefordert, die Südtiroler nach Österreich abzuschieben, weil die Südtiroler mit Landeshauptmann Luis Durnwalder sich damals weigerten, den Befehl des Regionenministers Graziano Delrio vom linken Partito Democratico zur italienischen Beflaggung von Gebäuden und Schützhütten zu befolgen.

Die Chefin der postfaschistischen Partei, Giorgia Melloni, baue in ihrer Südtirol-Feindlichkeit maßgeblich auf der politischen Haltung aller italienischen Parteien des Verfassungsbogens auf. „Das zeigte sich erst kürzlich wieder am Beispiel der unbedachten Reaktion des Meraner Bürgermeisters Dario Dal Medico auf eine von jungen Südtirolern organisierte Willenskundgebung nach Unabhängigkeit und Freiheit Südtirols. Derselbe Bürgermeister hatte mit Blick nach Osten kein Problem, um das für alle kleinsten Nationen das Selbstbestimmungsrecht zu fordern. Nur die Südtiroler sollten offenbar still sein“, so der SHB.

Dasselbe Bild habe sich ergeben, als die Südtiroler Volkspartei gemeinsam mit den anderen Südtiroler Parteien und Organisationen in Wien den Wunsch nach einer doppelten Staatsbürgerschaft für die Südtiroler deponiert habe.

„Seit Jahren vergeht keine Woche, in der nicht die verbrieften Rechte der Südtiroler nach Eigenständigkeit beschnitten werden. Es waren nicht nur Abgeordnete des linksradikalen M5S, sondern auch Linkspopulisten des Partito Democratico die versucht haben, die bereits seit Jahren stark zusammengeschrumpften Bestimmungen der Südtirol Autonomie weiter zu beschneiden“, so der SHB.

Schon die Tatsache, dass man die vor wenigen Jahren von Tausenden von Südtirolern beim Südtirol-Konvent ausgearbeiteten und in ihrer Mehrheit beschlossenen Forderungen zur Nachbesserung und Ausbau der Südtirol-Autonomie in einer Schublade des Landeshauses verschwinden lassen habe, spreche Bände.

„Seit Jahren gibt es keine ernsthafte Politik zur Erhaltung und Entwicklung der der Südtiroler Volksgruppe mehr. Dabei befriedigt die derzeitige Politik kaum einen Südtiroler. Das Einzige, was die Landespolitik gut kann, ist als reiner Bittsteller nach Rom zu fahren. Was Rom von Südtirol hält, zeigte sich erst kürzlich wieder, als man das Ehrenamt in Südtirol aus den Angeln heben und der typischen italienischen Bürokratie unterwerfen will. Südtirols Eigenverwaltung riskiert mit dieser lahmen Politik weiter unterzugehen“, so der SHB.

Südtirol müsse bei den Parlamentswahlen mehr denn je auf seine eigenen Interessen schauen. „Es ist vorauszusehen, dass am 1. Oktober, dem Tag, an dem sich der 100. Jahrestag des Faschistenmarsches auf Bozen jährt, an der Spitze der Regierung in Rom die Enkelkinder jenes Mannes sitzen, der den Sturm auf Bozen und die ‚ethnische Säuberung‘ in Südtirol 1922 angeordnet hat“, warnt der SHB.

Der Südtiroler Heimatbund und der Südtiroler Schützenbund werden an diesem Tag abends mit hoffentlich vielen antifaschistischen Menschen vor dem Rathaus in Bozen an die Italienisierung Südtirols erinnern.

Wenige Tage vorher wird im Kolpingsaal das Buch “Der Marsch auf Bozen” von Günther Rauch vorgestellt, in welchem der Leidensweg Südtiroler im Altfaschismus in allen seinen brutalen Folgen ausführlich beschrieben wird.

In den nächsten Tagen wird der SHB eine Umfrage veröffentlichen, in der die Mehrheit der Italiener selber zugeben, dass der Faschismus noch immer nicht aufgearbeitet wurde.

„Wer jetzt immer noch nicht begriffen hat, dass Südtirol sich von Italien abkoppeln und Europa zuwenden muss, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen“, erklärt der Heimatbund abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Meloni als Ministerpräsidentin? – Heimatbund warnt"


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Doolin
Doolin
Kinig
21 Tage 8 h

…Melone wird Erholungsreisen nach Russland organisieren mit Salvini als Reiseleiter…
😆

Faktenchecker
21 Tage 7 h

Der Roland erklärt die Weltpolitik! 😂😂😂😂😂😂😂😂

Roland Lang
Roland Lang
Tratscher
21 Tage 4 h

Danke, dass Du immer meine Stellungnahmen liest! Haha!!!

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
20 Tage 15 h

Danke, ohne die Warnung des Heimatbundes hätten wir das sicherlich nicht vermutet. Leider werden wir mit unseren paar Stimnen den Ausgang der Wahlen kaum beeinflussen können….solche Pressemitteilungen….. warme Luft ….

Sag mal
Sag mal
Kinig
19 Tage 17 h

ST sollte Sich schleunigst von diesem Staat lösen.Das wüssten ALLE ,aber die Einen haben keine Hoffnung dass dies möglich ist, bei den Anderen hatt die Gehirnwäsche Ihres getan.Hahaha…..

Neumi
Neumi
Kinig
19 Tage 13 h

Bist du nich einer von denen, die normalerweise fordern, dass man andere Meinungen akzeptieren muss? 😀

tom
tom
Universalgelehrter
20 Tage 5 h

in lang nimm i nimmer ernst

Neumi
Neumi
Kinig
20 Tage 7 h

Ich soll beim Wählen also auf mich selbst schauen … ich denke, ich das kriege ich hin.

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