Nawalny wurde in der Berliner Charite behandelt

Merkel besuchte Kremlkritiker Nawalny im Krankenhaus

Montag, 28. September 2020 | 14:27 Uhr

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den vergifteten Kremlkritiker Alexej Nawalny vergangene Woche während seiner Behandlung in der Berliner Universitätsklinik Charité am Krankenbett besucht. “Es war ein Besuch bei einem erkrankten Menschen, der bei einem Nervengiftanschlag ärztlich bei uns in Deutschland behandelt wird”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Zu Inhalten des Gesprächs wollte sich Seibert nicht äußern. Es sei eine vertrauliche Unterhaltung gewesen. Der Besuch war durch einen Bericht des “Spiegels” bekanntgeworden, was Nawalny auf Twitter dann bestätigte. “Ich bin Kanzlerin Merkel sehr dankbar, dass sie mich im Krankenhaus besucht hat”, schrieb er. Es sei kein geheimes Treffen gewesen. Merkel habe sich auch mit seiner Familie unterhalten.

Nawalny war im August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einem ersten Aufenthalt in einem Krankenhaus in Sibirien wurde er zur Behandlung in die Charité geflogen. Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland weist alle Vorwürfe zurück, in den Fall verwickelt zu sein.

Der 44-jährige Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin. Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau erheblich. Merkel hatte sich von Anfang an sehr stark engagiert. Den Befund eines Bundeswehr-Speziallabors, dass Nawalny tatsächlich vergiftet wurde, kommentierte sie mit den Worten: “Es sind bestürzende Informationen über den versuchten Giftmord an einem der führenden Oppositionellen Russlands. Er sollte zum Schweigen gebracht werden.”

Nawalny wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, soll sich aber weiter in Berlin aufhalten. Ob Merkel ihn noch einmal treffen wird, wollte Seibert nicht sagen. “Da kann ich Ihnen überhaupt keinen Ausblick geben”, antwortete er auf eine entsprechende Frage.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "Merkel besuchte Kremlkritiker Nawalny im Krankenhaus"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
29 Tage 12 h

ob das klug war?

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
29 Tage 4 h

das war klug, das war Charakterstärke. das war Politik mit Format!

hoch lebe Merkel.

wenn mann nicht einmal die Opfer eines Diktators im KH besuchen darf? Krank.

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
29 Tage 4 h

@bon jour
sie hätte auch Snowden oder Assange besuchen können mit dieser Charakterstärke

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
29 Tage 4 h

@bon jour
Frau Merkel ist v.a. kopfgesteuert.
Und dann kommt ein überraschendes Gefühlskommando: “Wir schaffen das” und “Das ist dann nicht mein Land”.
Ist das typisch deutscher Dualismus ? Keine Ahnung. Sie war nicht meine Wahl und trotzdem zitiere ich “hoch lebe Merkel”.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
28 Tage 18 h

Habe nur eine Frage gestellt? Nicht gewertet. Was ist daran krank?

wpDiscuz