14 Verdächtige im Gewahrsam der Polizei

MI5 prüft offenbar etwaige Pannen nach Manchester-Anschlag

Montag, 29. Mai 2017 | 13:00 Uhr

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat einem Insider zufolge eine interne Untersuchung zum Anschlag in Manchester eingeleitet. Geprüft werde, ob “Lehren daraus gezogen werden müssen, wie der Geheimdienst mit dem Material” zum Selbstmordattentäter Salman Abedi umgegangen sei, sagte die Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Der in Großbritannien geborene Muslim libyscher Abstammung habe zwar zu den 20.000 Personen gehört, die in den Akten des MI5 geführt worden seien, jedoch nicht zu den 3.000, gegen die ermittelt werde. Innenministerin Amber Rudd begrüßte die Untersuchung als ersten guten Schritt.

Die britischen Behörden geben selten Ermittlungen bekannt, bei denen ein mögliches Versagen des MI5 geprüft wird. Dem Sender BBC zufolge waren vor dem Anschlag in der vergangenen Woche mindestens drei Warnungen eingegangen. Bei dem Anschlag auf ein Popkonzert waren 22 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder und Jugendliche. Die britische Polizei hält 14 Personen in Untersuchungshaft. In Großbritannien wird in weniger als zwei Wochen gewählt. Der Vorsprung der Konservativen von Premierministerin Theresa May ist nach dem Anschlag in Umfragen geschrumpft.

Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Manchester wurde zudem ein 23-Jähriger festgenommen, teilte die Polizei am Montag in der nordenglischen Stadt mit. Damit hat sich die Zahl der Verdächtigen in Gewahrsam der Polizei auf nunmehr 14 erhöht.

Mit seiner Bombe hatte Salman Abedi, ein Brite libyscher Abstammung, am vergangenen Montag nach einem Konzert 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 100 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. 54 von ihnen werden noch immer in Krankenhäusern behandelt.

Von: APA/dpa