Viel Jihadisten könnten aus Raqqa fliehen

Militärkoalition n wirft Assad schonenden Umgang mit IS vor

Mittwoch, 27. Dezember 2017 | 21:53 Uhr

Die von den USA angeführte Militärkoalition in Syrien und im Irak hat dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vorgeworfen, die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” in den von seinen Truppen kontrollierten Gebieten ungeschoren zu lassen. Dort schienen sich die IS-Kämpfer “völlig straffrei” zu bewegen, sagte der britische General Felix Gedney Journalisten im Pentagon in einer Videoschaltung.

Das zeige, dass die syrische Regierung einem Sieg über den IS “klar abgeneigt” oder dazu “unfähig” sei, sagte Gedney. Nach Erkenntnissen der Koalition setzten sich viele IS-Milizionäre von ihrer einstigen Hochburg Raqqa in weiter westlich gelegene Gebiete ab und organisierten sich dabei in kleinen Zellen, um möglichst unentdeckt zu bleiben.

Die internationale Militärkoalition und ihre Verbündeten, die Irakischen Sicherheitskräfte (ISF) seien sich “vollkommen bewusst”, dass der IS ein “geduldiger Feind” sei und über eine “große Anpassungsfähigkeit” verfüge, sagte der General. Die Jihadistenmiliz werde “sicherlich versuchen, Terrorakte zu verüben”, wo und wann sie dies könne.

Die Koalition beabsichtige aber nicht, gegen die IS-Kämpfer in den von Syrien und seinen Verbündeten Russland und Iran kontrollierten Gebieten vorzugehen. Sie rufe jedoch die syrische Regierung auf, “sich in von ihr kontrollierten Gebieten um den IS zu kümmern”.

Die Jihadisten haben im zurückliegenden Jahr die beiden Hauptstädte ihres “Kalifats” verloren, Mossul im Irak und Raqqa in Syrien. Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hatte vor mehr als zwei Wochen den vollständigen Sieg über den Islamischen Staat und das “Ende des Krieges” gegen die Jihadisten erklärt. Auch im Nachbarland Syrien kontrolliert der IS nur noch wenige kleine Gebiete.

Von: APA/ag.