Sirte gilt als Jihadistenhochburg

Milizen in Libyen nahmen Hauptquartier in IS-Hochburg ein

Mittwoch, 10. August 2016 | 19:36 Uhr

Die Truppen der libyschen Einheitsregierung haben nach eigenen Angaben die IS-Kommandozentrale in der Jihadisten-Hochburg Sirte unter ihre Kontrolle gebracht. Das als Hauptquartier fungierende Kongresszentrum “ist in unseren Händen”, teilte die von der UNO gestützte libysche Einheitsregierung in Tripolis am Mittwoch mit.

Die Truppen waren am Montag auf die Kommandozentrale im Zentrum von Sirte vorgerückt und hatten die Kämpfer der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingekesselt. Das Ouagadougou-Konferenzzentrum sei nun eingenommen worden, berichteten die Milizen am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite.

Wie die Regierung weiter mitteilte, nahmen die Truppen auch ein an die Kommandozentrale angrenzendes Krankenhaus und den nahe gelegenen Universitätscampus ein. Regierungssprecher Reda Issa sagte, die vollständige Befreiung von Sirte könne noch nicht verkündet werden. Noch seien einige Stadtviertel in der Hand der Jihadisten.

Der IS hatte im Juni 2015 die Kontrolle über Sirte übernommen. Im Mai dieses Jahres begann die neue, international anerkannte Einheitsregierung eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt. Der Verlust der 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt wäre ein schwerer Schlag für die Jihadisten. Sirte bildet die Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten des ölreichen Landes.

Nach dem Sturz und dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Zuge des Nato-Einsatzes im Jahr 2011 war das nordafrikanische Land ins Chaos gestürzt. Seitdem beherrschen verfeindete Milizen den Staat. Der IS nutzte die unübersichtliche Lage in Libyen, um sich auszubreiten, unter anderem in Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Von: APA/dpa

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