Guterres verurteilte die Attacken

Mindestens 19 Tote bei Angriffen auf UNO-Truppe in Mali

Dienstag, 15. August 2017 | 12:29 Uhr

Bei zwei Angriffen auf UNO-Stützpunkte in Mali sind am Montag mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die Attacken und betonte in einer am Abend in New York verbreiteten Erklärung, dass Angriffe auf UNO-Friedenstruppen nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen gelten könnten.

Am Montagabend überfielen unbekannte Angreifer ein UNO-Lager in Timbuktu, wie die Friedensmission MINUSMA mitteilte. Bei dem Überfall und der anschließenden Verfolgung der Angreifer starben insgesamt 13 Menschen, unter ihnen fünf malische Wachposten, ein Polizist und ein Zivilist.

Sechs Angreifer wurden bei der anschließenden Verfolgung getötet, bei der auch Hubschrauber eingesetzt wurden. Sieben Personen seien bei diesem Überfall verletzt worden, unter ihnen auch mehrere UNO-Soldaten. Schon am frühen Montag waren vier Menschen bei einem Überfall auf einen UNO-Stützpunkt in Douentza ums Leben gekommen.

MINUSMA-Befehlshaber Mahamat Saleh Annadif verurteilte die Angriffe als “abscheuliche Verbrechen”. Zunächst bekannte sich niemand zu den Attacken.

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt, mehrere islamistische Gruppierungen brachten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Jänner 2013 militärisch ein. Sie wird inzwischen von MINUSMA unterstützt, an der auch fünf Bundesheer-Angehörige teilnehmen. Österreicher waren nach derzeitigem Erkenntnisstand jedoch nicht betroffen, wie der Sprecher des Außenamtes in Wien, Thomas Schnöll, am Montag auf APA-Anfrage mitteilte.

Die Mission aus 15.000 Soldaten und Polizisten zur Stabilisierung des krisengeschüttelten Landes zählt zu den gefährlichsten UNO-Einsätzen weltweit: In Mali kommt es immer wieder zu Angriffen auf Blauhelme. Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen sind vor allem im Norden Malis aktiv.

Von: APA/dpa