In Bagdad ist man an Blut leider gewöhnt

Mindestens 19 Tote bei Bombenanschlag in Bagdad

Dienstag, 06. September 2016 | 15:29 Uhr

Bei einem Autobombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. 30 weitere seien verletzt worden, hieß es am Dienstag aus dem irakischen Gesundheitsministerium. Der Sprengsatz war am Montagabend in dem Stadtteil Karrada im Zentrum Bagdads explodiert. Die sunnitische Terrormiliz “Islamischer Staat” bekannte sich zu dem Anschlag.

Kurz vor Mitternacht explodierte ein mit Sprengstoff beladener Kleintransporter im zentralen Viertel Karrada. Mehrere umliegende Geschäfte gerieten in Brand. Karrada gilt als Hochburg des Obersten Islamischen Rates, einer führenden schiitischen Kraft im Land. Dort liegen aber auch viele Restaurants, Hotels sowie die französische Botschaft.

Der IS erklärte über sein als Nachrichtenagentur getarntes Sprachrohr Amaq, dass sich das Attentat gegen Schiiten gerichtet habe. Die Jihadisten betrachten schiitische Muslime als Abtrünnige. Die sunnitische Extremistenmiliz kündigte weitere Anschläge auf die schiitische Gemeinde an, wie das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen Site berichtete.

Die Extremisten verüben immer wieder Anschläge in Bagdad und anderen Regionen des Landes. Der Stadtteil Karrada war erst Anfang Juli Ziel eines verheerenden Anschlags des IS. Damals starben rund 300 Menschen, als eine Bombe vor einem Einkaufszentrum explodierte und das Gebäude völlig zerstörte. Es war eines der schlimmsten Attentate seit dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003. Innenminister Mohammed al-Ghabban reichte danach seinen Rücktritt ein.

Von: APA/dpa

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