Angaben unbestätigt

Mindestens 35 Tote bei Luftangriff im Jemen

Mittwoch, 23. August 2017 | 14:07 Uhr

Bei einem Luftangriff im Jemen sind am Mittwoch nach Angaben eines Mediziners mindestens 35 Menschen getötet worden. Bei dem Angriff wurde einem Medienbericht zufolge ein Hotel getroffen, das sich in der Nähe eines Kontrollpunkts der Houthi-Rebellen befindet. Das Dach des Gebäudes sei eingestürzt, sagte ein Augenzeuge.

Es sei damit zu rechnen, dass unter den Trümmern weitere Menschen verschüttet seien, sagte der Mediziner. Mindestens 13 Personen seien verletzt worden. In der Nacht habe es mehrere Luftangriffe in der Gegend gegeben.

Wie der Vorsitzende des Roten Halbmonds im jemenitischen Sanaa, Hussein al-Tawil, berichtete, waren auch Kriegsflüchtlinge unter den Opfern. Die von den schiitischen Houthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba machte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition für den Angriff nahe der Hauptstadt verantwortlich und berichtete von 71 Toten. Dies konnte zunächst nicht von offizieller Seite bestätigt werden.

Wie Augenzeugen berichteten, wurde ein Wohnhaus mit Arbeitern einer nahegelegenen Kat-Plantage bei den Angriffen getroffen. In Saudi-Arabien ist der Konsum der jemenitischen Alltagsdroge streng verboten.

Ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Koalition, die an der Seite der jemenitischen Regierung gegen die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen kämpft, war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im Jemen ist die Zahl der Luftangriffe nach Angaben von Hilfsorganisationen in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2017 seien schon mehr Angriffe registriert worden als im gesamten Vorjahr. Viele Menschen seien dabei getötet worden oder hätten ihre Häuser verloren.

Zwar wurde in dem Bericht der Organisationen unter Führung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR offengelassen, wer für die Luftangriffe verantwortlich ist. Die Koalition um Saudi-Arabien kontrolliert jedoch seit Ausbruch des Krieges im März 2015 den jemenitischen Luftraum, dazu kommen einzelne Angriffe von US-Flugzeugen oder Drohnen.

Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf Houthi-Rebellen, die Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi stürzen wollen. Extremistengruppen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht in dem Land auszubauen. Wegen des Konflikts herrscht im Jemen eine humanitäre Krise.

Die EU zeigte sich besorgt über den Bürgerkrieg im Jemen. Die weitere Eskalation des Konflikts sei “extrem Besorgnis erregend”, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini am Mittwoch in Brüssel. Die EU verurteile Angriffe auf Zivilisten, so wie heute auf ein Hotel bei Sanaa.

Von: APA/ag.