Im Nordwesten kommt es immer wieder zu Luftangriffen

Mindestens 41 Tote bei Luftangriffen in Syrien

Montag, 22. Juli 2019 | 18:44 Uhr

Bei Luftangriffen in Syriens letztem großen Rebellengebiet Idlib sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 41 Zivilisten ums Leben gekommen. Kampfjets hätten unter anderem einen Markt in der Stadt Maarat al-Numan getroffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden, weitere seien unter den Trümmern begraben.

Auch ein Helfer der Rettungsorganisation Weißhelme sei unter den Todesopfern. Die Beobachtungsstelle machte russische Jets für die Angriffe verantwortlich. Das russische Militär wies dies zurück. Russland ist in dem Krieg der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und kämpft dort seit 2015 mit eigenen Truppen.

Russische und syrische Flugzeuge fliegen immer wieder Angriffe auf das Rebellengebiet rund um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens. Erst am Sonntag waren bei Bombardierungen nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens elf Zivilisten getötet worden. Dominiert wird das Rebellengebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Dort leben etwa drei Millionen Menschen, rund die Hälfte davon Vertriebene.

Aktivisten zufolge stieg nach den Angriffen in Maarat al-Numan schwarzer Rauch über dem Stadtzentrum auf. Ihnen zufolge flogen Kampfflugzeuge vier Angriffe hintereinander auf dieselbe Gegend. Anwohner berichteten, dass etwa 50 Geschäfte und ein Dutzend vierstöckiger Gebäude zerstört worden seien. “Dies sind rein zivile Gegenden”, sagte der Bewohner Omar al-Sud der Deutschen Presse-Agentur.

Die Aktivisten veröffentlichten das Video einer verschleierten Frau, die US-Präsident Donald Trump auf Englisch mit amerikanischem Akzent dazu aufruft, das “Massaker gegen Zivilisten” zu stoppen. Seit Beginn der Offensive auf Idlib im April wurden der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mehr als 700 Zivilsten getötet und mehr als 300 000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben.

Papst Franziskus brachte in einem Brief an Assad seine tiefe Sorge über die Lage in dem Bürgerkriegsland zum Ausdruck. Der Pontifex habe vor allem an die “dramatischen Bedingungen” für die Zivilbevölkerung in Idlib erinnert, teilte der Vatikan am Montag mit. Der Papst habe Assad gebeten, die humanitäre Katastrophe mit allen ihm möglichen Mitteln zu stoppen, hieß es.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezieht ihre Informationen von Aktivisten aus Syrien. Ihre Angaben sind für Medien nur schwer überprüfbar.

Von: APA/ag.

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