Bundesministerin Margarete Schramböck und WKÖ-Präsident Harald Mahrer

Ministerium und WKÖ starten Website “Kaufhaus Österreich”

Montag, 30. November 2020 | 15:43 Uhr

Das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer haben gemeinsam die Website www.kaufhaus-oesterreich.at gestartet, um die Web-Shops von österreichischen Händlern leichter auffindbar zu machen. “Es ist keine Kopie von Amazon, es ist auch nicht unser Ziel”, sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag bei einer Online-Pressekonferenz gemeinsam mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer. Bisher sind rund 1.000 Online-Händler beim “Kaufhaus Österreich” gelistet.

Mit dabei sind auch folgende österreichische Internet-Marktplätze und Händlerplattformen: Austrian Limited, beeanco, doitfair, Klickland, markta, myproduct.at, Panterzone, RS Regionale Shops, shöpping und SHÖPY. WKÖ-Chef Mahrer erwartet, dass bis Mitte 2021 “einige Tausend Händler” mit an Bord sein werden. Die Listung ist für die Unternehmen kostenlos. Der Kaufvorgang findet aber in den eigenen Web-Shops der Händler statt. Schramböck hatte im Juni die Schaffung eines digitalen “Kaufhaus Österreich” angekündigt, um heimischen Händlern im Kampf gegen Amazon, Zalando & Co. unter die Arme zu greifen.

Das virtuelle Kaufhaus wurde programmiert vom staatlichen Bundesrechenzentrum, Medieninhaber der Internetpräsenz sind das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer, die Internet-Domain gehört dem Wirtschaftsministerium. Für den Betrieb der Website ist die Wirtschaftskammer zuständig.

Wirtschaftsministerium und WKÖ haben die Ziele des “Kaufhaus Österreich” in einer Charta festgehalten. Darin bekennen sich die Partner und Unterstützer von “Kaufhaus Österreich” zum Ausbau von E-Commerce in Österreich, gezielter Mobilisierung von Betrieben für E-Commerce, Unterstützung und Beratung von Betrieben rund um E-Commerce sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für E-Commerce in Österreich.

Wegen der Coronakrise gibt es derzeit viele Aufrufe, die Geschäfte ums Eck oder heimische Online-Shops zu unterstützen und nicht bei Internetriesen im Ausland einzukaufen. Die Idee, die Wertschöpfung in der Region zu halten, erlebt durch die Krise neuen Zulauf. www.wko.at/regionaleinkaufen ist eine weitere Plattform der WKÖ, die das regionale Einkaufen propagiert. Eine Übersicht gibt es auch unter www.oesterreich.gv.at/public/onlinemarktplatz, eine Online-Shop-Fibel bietet die Wochenzeitung Falter an www.falter.at/onlineshop-fibel und eine beliebte Linksammlung betreibt die Umwelt-Aktivistin Nunu Kaller https://liste.nunukaller.com/

Auch WKÖ-Handelsobmann Trefelik appellierte an die Konsumenten, lokal zu shoppen. “Bitte unterstützen Sie mit ihrem Einkauf den Handel in Österreich”, so Trefelik am Montag in einer Presseaussendung. “Ihre Kaufentscheidung hilft, den Fortbestand der Geschäfte und von Arbeitsplätzen zu sichern – im Weihnachtsgeschäft, aber natürlich auch danach.”

Neben der E-Commerce-Plattform “Kaufhaus Österreich” wurde in Salzburg ein zweites neues Internetportal präsentiert. Bei “yip.at” – die Buchstaben stehen für “your information point” – geht es primär aber nicht um den Online-Handel. Deklariertes Ziel ist vielmehr, die Konsumenten in die Geschäfte, Läden und Lokale in ihrer Umgebung zu bringen. Treibende Kraft hinter der Idee ist die zur Spar-Gruppe gehörende Shoppingcenter-Tochter SES.

“Bei vielen Konsumenten ist verstärkt der Wunsch vorhanden, lokal und regional einzukaufen. Dazu ist es wichtig, dass Händler und deren Sortimente online gefunden werden. Man weiß aber oft gar nicht, welches Angebot einem in seiner unmittelbaren Umgebung überhaupt zur Verfügung steht”, erklärte Christoph Andexlinger, designierter COO von SES, bei der Präsentation von yip.at.

Der Vorstoß von Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer für offene Geschäfte am Sonntag in der Vorweihnachtszeit beschäftigt indes weiter die Sozialpartner. “Es gibt Gespräche”, sagte Mahrer am Montag bei einer Online-PK auf Journalistennachfrage. Dies sei nur eine der Möglichkeiten, um nach dem Lockdown-Ende im Handel die Kundenströme vor Weihnachten zu entzerren.

Die Handelsvertreter hätten ein “umfangreiches Paket” vorgelegt, um den erwarteten Konsumentenandrang in den Einkaufsstraßen und Einkaufszentren besser zu verteilen, so Mahrer. “Der Sonntag war nur eine Frage.” Der Wirtschaftsvertreter hatte sich für seine Forderung nach zwei offenen Sonntagen im Dezember Abfuhren von vielen Seiten geholt, selbst aus den eigenen Reihen.

Ob die Händler fix am 7. Dezember nach dem knapp dreiwöchigen Corona-Lockdown wieder aufsperren dürfen, konnten WKÖ-Präsident Mahrer und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag noch nicht bestätigen. “Das wissen wir noch nicht, in den kommenden Tagen wird es Infos geben”, sagte Mahrer.

Die heimischen Handelsbetriebe bereiten sich jedenfalls darauf vor. Die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat nun gemeinsam mit Unternehmen und dem Chef des “Competence Center Event Safety Management” beim Roten Kreuz Wien, Georg Geczek, einen Maßnahmenkatalog für “sicheres Aufsperren” erarbeitet.

Die Inhalte des Katalogs reichen von “Anstellsysteme vor Shops implementieren” über Hygienevorkehrungen im Geschäft und “Wühltische entzerren” bis hin zum Bezahlvorgang. “Der österreichische Handel setzt umfassende Maßnahmen, damit das Einkaufen in Österreich nach Ende des Lockdowns sicher ist und bleibt”, so WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik am Montag in einer Aussendung. Um Kundenströme nach dem Lockdown-Ende zu entzerren, forderte Trefelik erneut, dass Click & Collect für Händler “ab sofort ermöglicht wird” und eine Erweiterung der Geschäftszeiten vor Weihnachten.

Von: apa

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