Der Mordfall sorgte für europaweites Aufsehen

Mord an Journalistin in Malta über Handy mitgehört

Mittwoch, 20. Dezember 2017 | 19:53 Uhr

Zwei Monate nach dem Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia verdichtet sich der Verdacht gegen die drei Angeklagten in dem Fall. Einer der Angeklagten, der die Autobombe per SMS von einem Boot aus ausgelöst haben soll, habe die Explosion über das Handy seines Bruders mitgehört, berichtete der Leiter der Mordkommission, Keith Arnaud, am Mittwoch vor einem Gericht in Valletta.

Dieser habe sich unweit des Tatortes in Bidnija aufgehalten und die 53-Jährige beobachtet, bis sie am Nachmittag des 16. Oktobers in ihrem Auto in die Luft gesprengt wurde. Das Telefonat zwischen den beiden Verdächtigen habe 107 Sekunden gedauert – so lange, wie man mit einem Auto vom Wohnhaus der Familie der Journalistin zum Ort der Explosion brauche, berichtete Arnaud weiter. Nach der Explosion habe einer der Angeklagten eine SMS an seine Partnerin geschickt mit den Worten: “Kauf mir Wein, meine Liebe”.

Der Mord an der regierungskritischen Journalistin hatte international für Entsetzen gesorgt. Unklar ist, ob die Angeklagten die Auftraggeber des Mordes waren oder ihn nur ausgeführt haben.

Am zweiten Tag der Voranhörung, die am Dienstag mit einiger Verzögerung gestartet war, wurde auch der Mann der regierungskritischen Journalistin gehört. “Einer meiner Söhne kam in mein Büro, weiß wie ein Blatt Papier, und erzählte mir, was passiert war”, sagte er. Später habe er von einem Polizisten erfahren, dass seine Frau gestorben sei. Die Beweisaufnahme sollte am Donnerstag weitergehen.

Von: APA/dpa