Schwere Schäden durch Angriffe im Osten der Ukraine

Moskau meldet Tötung Dutzender ukrainischer Generäle

Sonntag, 19. Juni 2022 | 20:06 Uhr

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit einem Raketenangriff einen Führungsgefechtsstand der ukrainischen Streitkräfte mit hochrangigen Offizieren zerstört. “Durch den Schlag wurden über 50 Generäle und Offiziere der ukrainischen Streitkräfte, darunter Generalstabsoffiziere und der Kommandostab des Truppenverbands “Kachowka”, der Luftlandetruppen und der Verbände vernichtet”, so der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag.

Laut Konaschenkow lag der ukrainische Führungsgefechtsstand im Gebiet Dnipropetrowsk nahe der Siedlung Schyroka Datscha, südlich der Großstadt Krywyj Rih und wurde von seebasierten Marschflugkörpern des Typs “Kalibr” getroffen. Die Lenkwaffen sollen eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometer haben.

Daneben seien durch die Kalibr-Raketen auch mehrere westliche Artilleriesysteme vom Typ M777 und bis zu 20 gepanzerte Fahrzeuge auf einem Werksgelände in Mykolajiw vernichtet worden. Andere Raketen hätten eine Eisenbahnstation im Gebiet Dnipropetrowsk getroffen, wo gerade ukrainisches Militär verladen wurde. Zudem sei auch im Gebiet Donezk eine größere ukrainische Einheit mit Raketen beschossen worden. Konaschenkow bezifferte die ukrainischen Verluste in den beiden letztgenannten Fällen auf mehr als 300 Soldaten. Unabhängig können diese Angaben nicht überprüft werden. Am Sonntagabend wurde aber von ukrainischer Seite die Tötung eines hochrangigen Kommandanten bestätigt. Der Bürgermeister von Iwanofrankiwsk, Ruslan Martsinkiw, teilte auf Facebook mit, dass mit Oleh Kutsyn der Kommandant des Karpathen-Battailons getötet wurde.

Der Armeesprecher verkündete zudem die vollständige Einnahme der Ortschaft Metjolkine durch russische Truppen. Der ukrainische Generalstab hatte zuvor einen russischen Teilerfolg bei den Kämpfen um den Vorort des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk eingeräumt. Dieses wurde laut einer Mitteilung des ukrainischen Generalstabs vom Sonntagabend weiterhin beschossen. “Die Kämpfe dauern an, aber der Feind ist nicht erfolgreich”, hieß es nach Angaben der Agentur Ukrinform.

Die Hauptstadt Kiew wurde Sonntagfrüh erneut aus der Luft angegriffen – es waren Sirenen des Luftalarms und Explosionen zu hören. Nach offiziellen Angaben schoss die ukrainische Luftabwehr russische Raketen über der Stadt jedoch ab. Laut dem Militärgouverneur des Gebiets Kiew, Olexij Kuleba, gab es keine Schäden und Verletzte in der Stadt. Er bat die Kiewer allerdings darum, weiterhin nach dem Luftalarm die Schutzkeller aufzusuchen.

Zudem versuchen russische Truppen nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums, auf Charkiw vorzurücken und die Stadt erneut zu bombardieren. Die Lage nördlich von Charkiw sei ziemlich schwierig, sagte Wadym Denysenko, ein Berater des Ministeriums, im ukrainischen Fernsehen. “Russland versucht, Charkiw zu einer Stadt an vorderster Front zu machen.” Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, rief die Stadtbewohner auf, nach Möglichkeit in ihren Häusern zu bleiben und russischer “Desinformation” keinen Glauben zu schenken, meldete die Agentur Ukrinform. Charkiw liegt im Nordosten und ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt des Landes.

In Nowomoskowsk im Osten explodierte nach russischem Raketenbeschuss ein Treibstofflager. Ein Mensch sei getötet und zwei Menschen verletzt worden, teilte der Leiter der Regionalverwaltung, Valentyn Resnitschenko, mit. Bereits am Samstag hätten drei russische Raketen das Lager getroffen. Beim Angriff selbst wurden Resnitschenko zufolge elf Menschen verletzt.

In der Nähe der Stadt Krasnopillja haben ukrainische Streitkräfte laut einer Mitteilung des ukrainischen Generalstabs die russischen Truppen zurückgeschlagen. Die russischen Soldaten hätten sich auf einer Aufklärungsmission befunden und schwere Verluste erlitten. Auch im Süden des Landes berichteten die Verteidiger von Erfolgen. Der Bürgermeister von Melitopol, Iwan Fedorow, schrieb am Sonntag auf Facebook, dass die ukrainischen Truppen mehr als zehn Kilometer in Richtung der besetzten Stadt vorgerückt seien. Die Armee werde “in naher Zukunft” sowohl Melitopol als auch das Regionalzentrum Cherson befreien, so Fedorow. Der ukrainische Generalstab meldete am Abend, dass der Feind die Luftabwehr in der Region Cherson verstärke.

Der ukrainische Präsident Woldodymyr Selenskyj berichtete Sonntagfrüh über seinen Besuch bei ukrainischen Streitkräften im Süden des Landes vom Vortag. In dem Video, das anscheinend in einem fahrenden Zug aufgenommen wurde, sagte Selenskyj, er habe mit Soldaten, der Polizei und der Nationalgarde in der Region Mykolajiw, rund 550 Kilometer südlich von Kiew gesprochen. “Sie alle zweifeln nicht an unserem Sieg”, sagte Selenskyj. “Wir werden den Süden niemandem überlassen, und alles, was uns gehört, werden wir uns zurückholen.”

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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22 Kommentare auf "Moskau meldet Tötung Dutzender ukrainischer Generäle"


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N. G.
N. G.
Kinig
8 Tage 8 h

Wieviel von Selenskyjs Ausagen Motivation und Durchalteparolen für die Truppen sind und tatsächlichen Erfolgen, heutigen und zukünftigen Plänen die Russen ganz zurück zu drängen, lass ich mal dahin gestellt!
In 2 Monaten wissen wir mehr.

Doolin
Doolin
Kinig
8 Tage 6 h

…Kiew muss halt auch von Nazis befreit werden…

Philingus
Philingus
Tratscher
8 Tage 5 h

Genau! Und deswegen erübrigen sich sinnlose Kaffeesatz- oder Glaskugel- Interpretationen. Fokussieren auf den Kern des Übels im Kreml und dessen Bekämpfung ist oberstes Ziel. Im Namen der Freiheit und gegen russische Expansions- und Unterdrückungsgelüste.

N. G.
N. G.
Kinig
8 Tage 3 h

@Philingus Ich sagte, dann wissen wir mehr. Das ist ne abwartende Haltung! ABWARTEND! ODER?
Lesen kannst du? Mehr steht da nicht. Langsam wirst du albern!

N. G.
N. G.
Kinig
8 Tage 3 h

@Philingus Hab ich etwas prophezeit? Wo? Also kannst du dur Glaskugel gern weg packen! Lies und und versuch nicht Dinge zz sehen die nicht da sund und wrnn du sue trotzdem siehst… Es gubt gute Docs

Philingus
Philingus
Tratscher
8 Tage 1 h

@N. G. Albern: nein realistisch.

N. G.
N. G.
Kinig
7 Tage 23 h

@Philingus Selten so gelacht, der Träumer und derntapfere online US “Soldat” erzählt was von Realismus! Grins

N. G.
N. G.
Kinig
7 Tage 23 h

@Philingus Weder hast du mir heute sinnvoll geantwortet noch sonst was.
Immer wenns kompliziert wird, weichtst du aus oder antwortest nicht!
Würde mich was schämen so argumentieren zu wollen bzw. ZU TUN!

N. G.
N. G.
Kinig
7 Tage 23 h

@Doolin Laaaangweilig…. Gibt es Neuigkeiten?
War das ein Kommentar? In Bezug auf den Bericht?
Uch hab kommentiert, den Bericht ! Und du?

Philingus
Philingus
Tratscher
7 Tage 22 h

@N. G. Entschuldigen sie meine Nachlässigkeit, aber Trivialität liegt mir nicht. Je (ne) regret (rien) …

widder52
widder52
Tratscher
8 Tage 4 h

man sollte einige Raketen nach Russland (roten platz oder kreml)
schicken damit Puti fühlt was es heißt bombardiert zu werdem.
außerdem die kinder, ex, und geliebte und viele andere freunde putins in die ukraine am die frond bringen…… jeden tag an eine andere stelle damit der mörder nicht weiss wo sind. aber dass sin irgendwo an der frond sind sollte er schon wissen.

N. G.
N. G.
Kinig
7 Tage 23 h

Dümmeren Vorschlag hab ich werder zum Krieg noch zu sonstigen Themen hier jemals gelesen!

Philingus
Philingus
Tratscher
7 Tage 22 h

@N. G. Mit ihrem Kommentar würde ich mir an ihrer Stelle wirklich die Fragen stellen: bin ich richtig hier? Warum bin ich soooo kluuuug und die Anderen so doooof? Ist die Erde gut genug für mich? Wann fragt mich Gott endlich mal nach meiner Meinung? Reicht es nicht aus, dass ich Ich bin und anderen nicht Ich sind?

pfaelzerwald
8 Tage 2 h

Dutzende Generale? also mindestens 24 oder gar 36. Und die stehen alle zusammen in einem(1) Gefechtsstand?
Wieviele Generale hat das ukrainische Militär überhaupt (noch)?

Philingus
Philingus
Tratscher
7 Tage 23 h

Das sind die typisch-russischen Potjomkin’schen Dörfer eines Wahnsinnigen Putin und im Kreml mit seinem schleimigen Gefolge in Foren.

N. G.
N. G.
Kinig
7 Tage 22 h

@Philingus Deine mit Fremdwörtern gespickten Kommentare finden hier keine Abnehmer! Weißt du das. Ich kann dich verstehen, der grosse Rest hier vertraut nur deinem unsachlichen Urteil und das ohne wissen was du gesagt hast!
Lustig!

Philingus
Philingus
Tratscher
7 Tage 22 h

@Philingus An meine „Minus-Drücker-Freunde“: wie würden Eisenstein und Pudovkin denn diese Zeiten in der Ukraine darstellen? Glaubt ihr nicht, dass die Meuterei in Sewastopol überfällig ist? Gegen den „Zaren Putin“? Die Schatten der Abbildung bewegen sich in Richtung Freiheit und weg von der Wiedergeburt der Tyrannei, wie in der UDSSR!

Kongo
Kongo
Grünschnabel
8 Tage 2 h

Tja wers glaubt,typische Russenpropaganda.So blöd sind die Ukrainer auch wieder nicht und präsentieren 50 Generäle auf einen Tisch.Ich denke es ist eher umgekehrt.

N. G.
N. G.
Kinig
7 Tage 22 h

Und woher weisst du das? Sichere Quellen?

Philingus
Philingus
Tratscher
8 Tage 1 h

Es ist nett, dass Moskau seine eigenen Kriegsverbrechen veröffentlicht. Endlich! Endlich ist auch Putin’s Dasein. Auch dann: endlich!

Philingus
Philingus
Tratscher
7 Tage 22 h
Ja, das sind die Nachrichten, die von den russischen Staatsmedien verbreitet werden dürfen. Jedwede Kritik wird – zumindest – verboten. Wenn nicht anders geahndet. Wer naiv glaubt, mit der Ukraine hat der Wahnsinnige Putin in seinem Zarenrausch sein Einflussgebiet beendet, wird schnell eines Besseren belehrt werden: Putin’s Wahnsinn sind Grenzen fremd. So, wie ihm Demokratie und Meinungsfreiheit fremd sind. Er versorgt seine Oligarchenclique gerne mit Millionen – besser: Milliarden-Anwesen und Versorgung. Auf Kosten der russischen Bevölkerung. Auf Kosten des Lebens seiner Soldaten. Auf Kosten UNSERER Freiheit und unserem Wohlergehen. Noch ist genügend Zeit, dass wir für unsere Demokratie und Freiheit… Weiterlesen »
Unioner
Unioner
Tratscher
7 Tage 20 h

Also das kann ja bedeuten 2 Generäle und 48 Offiziere oder 7auf einen Streich wie beim tapferen Schneiderlein. Alles Propaganda, da lob ich mir doch Grimms Märchen. Einfach schrecklich.Die Wahrheit werden wir nie erfahren und wenn es so weiter geht wird man sich nur noch für Öl und Gas sorgen machen und die Ukrainer werden vergessen.

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