Menschen haben Atemprobleme

Mutmaßlicher Gasangriff der Türkei auf syrisches Dorf

Samstag, 17. Februar 2018 | 15:34 Uhr

Die Kurdenmiliz YPG hat nach eigenen Angaben Hinweise auf einen Gasangriff des türkischen Militärs auf ein Dorf in der syrischen Region Afrin. Bei dem Beschuss nahe der türkischen Grenze seien am Freitag sechs Menschen verletzt worden, sagte ein YPG-Sprecher. Sie hätten Atemprobleme und zeigten weitere Symptome eines Gasangriffs.

Ähnliche Angaben machten die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Beide beriefen sich auf Ärztekreise in Afrin.

Der türkische Regierungschef Binali Yildirim hat die Offensive der türkischen Truppen gegen die YPG verteidigt. Die Türkei schütze an ihrer Südgrenze zu Syrien gleichzeitig die NATO-Ostflanke, sagte Yildirim am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Die türkische Armee ist im vergangenen Monat im Norden Syriens einmarschiert und will die YPG aus Afrin bis hinter den Euphrat vertreiben. Die Türkei betrachtet die syrische YPG als terroristische Gruppierung und will deren Erstarken an der Grenze verhindern. Eine von der YPG dominierte Streitmacht, die erfolgreich die Islamistenmiliz IS bekämpft, wird von den USA unterstützt. Dies sorgt für Streit zwischen den NATO-Partnern Türkei und USA.

Von: APA/ag.