Polizisten erschossen den Angreifer

Mutmaßlicher Islamist griff Menschen in Paris mit Messer an

Sonntag, 13. Mai 2018 | 18:17 Uhr

Der Terror ist nach Paris zurückgekehrt: Ein mutmaßlicher Islamist hat am Samstagabend im Zentrum der französischen Hauptstadt einen Passanten getötet und vier weitere Menschen verletzt. Der aus Tschetschenien stammende und mit einem Messer bewaffnete Angreifer wurde von der Polizei erschossen. Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich habe erneut “den Preis des Blutes” bezahlt.

Die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) reklamierte den Angriff für sich. Die auf Auswertung jihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass das IS-Sprachrohr AMAQ den Angreifer als “Soldaten des Islamischen Staates” bezeichnet habe. Der Angreifer soll “Gott ist groß” auf Arabisch gerufen haben, wie der Pariser Staatsanwalt Francois Molins berichtete.

Der Terrorverdächtige wurde 1997 in der Teilrepublik Tschetschenien im russischen Nordkaukasus geboren und war französischer Staatsbürger, wie Ermittlerkreise bestätigten. Fahnder nahmen seine Eltern Sonntagfrüh in Gewahrsam. Zudem sei ein Freund des Verdächtigen in Straßburg zur einer Befragung festgenommen worden. Der mutmaßliche Attentäter hatte laut Medien seine Matura in der ostfranzösischen Stadt abgelegt und war erst unlängst mit seinen Eltern in die Hauptstadtregion gekommen.

Der Tatverdächtige war den Sicherheitsbehörden bekannt und stand auf einer Liste radikalisierter Personen. Nach Informationen der Regionalzeitung “Le Parisien” wurde sein Gefährdungspotenzial aber nicht als hoch eingestuft.

Der Mann schlug in einem beliebten Theater- und Amüsierviertel zu. Eine Frau und ein Mann wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Der getötete Passant war 29 Jahre alt. Wegen der Vorgehensweise übernahmen Anti-Terror-Ermittler den Fall, ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes an Amtsträgern im Zusammenhang mit Terrorismus.

Die tschetschenische Herkunft des Angreifers wurde vom autoritären Republikchef Ramsan Kadyrow bestätigt. Aufgewachsen sei der Mann aber in Frankreich, teilte Kadyrow über den Chat-Dienst Telegram mit. Der Mann habe auch mit 14 Jahren, als er schon französischer Staatsbürger war, einen russischen Pass bekommen. Diesen habe er aber nicht verlängern lassen und habe daher keinen gültigen russischen Pass. Die tschetschenischen Behörden würden Angehörige befragen, meldete die Agentur Interfax.

Der erneute Anschlag entfachte rasch eine politische Debatte über die innere Sicherheit in Frankreich. Der Chef der konservativen Partei Die Republikaner, Laurent Wauquiez, teilte via Twitter mit, Worte reichten nicht aus, es müssten Taten folgen. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen bezeichnete die auf der Radikalisierten-Liste verzeichneten Personen als “Zeitbomben”.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, seit Anfang 2015 wurden dabei mehr als 240 Menschen ermordet. In Paris war insbesondere die Terrornacht vom 13. November 2015 verheerend gewesen. Damals hatten mehrere Islamisten-Kommandos bei Attacken vor allem im Osten der Hauptstadt zusammen 130 Menschen ermordet.

Die Polizei sei am Samstagabend um 20.47 Uhr alarmiert worden und fünf Minuten später am Tatort gewesen, sagte Ministerpräsident Edouard Philippe. Nach Auskunft der Polizeigewerkschaft stürmte der Attentäter auf die Beamten zu und rief ihnen entgegen: “Ich bringe euch um, ich bringe euch um!” Dann sei er von der Polizei erschossen worden.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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22 Kommentare auf "Mutmaßlicher Islamist griff Menschen in Paris mit Messer an"


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Paul
Paul
Superredner
14 Tage 11 h

wenn er als Gefährder bekannt war , wiso oder auf WAS hat man dann gewartet ? Kranke Justiz und Politik

gapra
gapra
Tratscher
14 Tage 9 h

Preventiv wegsperren?? Kranke Denkweise.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
14 Tage 6 h

In Europa dürfte es tausende von bekannten Gefährdern geben. Alle wegsperren obwohl die noch keine Straftat begangen haben ?

Dann aber nicht meckern dass wir in einem Polizeistaat mir Nazimethoden leben

Karl
Karl
Superredner
13 Tage 15 h

@6079_Smith_W Abschieben und nicht wegsperren oder soll das Morden munter weitergehen. Diese Leute haben keine Skrupel und sie schicken wenn es die Situation erfordert sogar die eigenen Kinder mit einer Bombe am Körper in den sicheren Tod. Nur umin ihren Augen UNGLÄUBIGE zu töten, ist das so schwer zu verstehen?

Tabernakel
12 Tage 1 h

Warum Justiz? Die kümmert sich um VERÜBTE Taten.

Warum Politik? Die gibt den gesetzlichen Rahmen vor.

Tabernakel
12 Tage 1 h

@gapra

Präventiv ist weniger krass.

Tabernakel
12 Tage 1 h

@6079_Smith_W

“In Europa dürfte es tausende von bekannten Gefährdern geben” Quelle? Bauchistat?

Tabernakel
12 Tage 1 h

@Karl

Nein. Im Fall Breivik ist das auch vollkommen klar. Nur ein Kreuzzug….

elmar
elmar
Tratscher
14 Tage 12 h

Das will und kann ich einfach nicht Begreifen ! Bei 9 von 10 Attentaten heißt es “der Täter war der Polizei bekannt warum Frage ich mich werden diese dann nicht umgehend Abgeschoben ? bevor es zu denn Taten kommt

gapra
gapra
Tratscher
14 Tage 9 h

Wohin soll Frankreich einen, mittlerweile französischen, Staatsbürger denn abschieben?? 

enkedu
enkedu
Kinig
13 Tage 17 h

@gapra Wir nehmen ihm diese Staatsbürgerschaft, er hat sie sich nicht verdient.

Karl
Karl
Superredner
13 Tage 15 h

@gapra solch kann man getrost in den Knast abschieben. Inseln mitten im Meer hat Frankreich genug.

Tabernakel
12 Tage 1 h

“Quelle? Statistik? BauchiStat?”

Tabernakel
12 Tage 1 h

@enkedu

Welcher Staat nimmt ihn dann auf?

Tabernakel
12 Tage 1 h

@Karl

Knast = einsperren
Abschieben = ?

Paul
Paul
Superredner
14 Tage 14 h

weltweit das selbe Übel

ivo815
ivo815
Kinig
14 Tage 11 h

Psychische Erkrankungen sind keine Neuigkeit

Karl
Karl
Superredner
13 Tage 15 h

@ivo815 Bei den Islamisten haben wir sogar eine Rate von 100%

Tabernakel
12 Tage 1 h

Besonders Guantanamo. Total rechtsstaatlich. Freu Dich darauf

Tabernakel
12 Tage 1 h

@Karl

Mag ein. Aber nicht bei den Islamgläubigen. Da verhält sich das wie im Christentum.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
14 Tage 10 h

Der Depp meint dann auch noch dass er so ins Paradies kommt…

sakrihittn
sakrihittn
Superredner
14 Tage 8 h

Der Täter war bekannt und wurde nicht ausgewiesen, das nennt man Mittäterschaft!

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