Erdogan trauerte mit den Verwandten

Mutter und Baby durch Bombe in der Türkei getötet

Mittwoch, 01. August 2018 | 18:47 Uhr

Nach dem Tod einer Mutter und ihres Babys bei einer Bombenexplosion im Südosten der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, den Kampf gegen die PKK “bis zum letzten Terroristen” fortzuführen. Dies sagte er am Mittwoch bei der Trauerfeier für die Opfer. Die Regierung in Ankara macht die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den tödlichen Anschlag verantwortlich.

Das Fernsehen übertrug live die Zeremonie für die 25-Jährige und ihr elf Monate altes Baby in ihrer zentralanatolischen Heimatstadt Sivas. Nurcan Karakaya und ihr Sohn Bedirhan Mustafa wurden am Dienstagabend in der südöstlichen Provinz Hakkari bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe getötet, wie der örtliche Gouverneur mitteilte.

Er machte die PKK verantwortlich, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft. Laut Medienberichten war Nurcan Karakaya mit ihrem Kind auf dem Weg zum Stützpunkt ihres Mannes Serkan, der als Soldat in der Armee dient. Die Provinz Hakkari grenzt an den Iran und den Irak.

Bei der Trauerfeier versicherte Erdogan erneut, dass er ein Gesetz zur Wiedereinführung der Todesstrafe unterzeichnen würde, sollte das Parlament es beschließen. “Uns kümmert nicht, was Hans und George zu dieser Frage sagen. Uns interessiert nur, was Gott sagt”, sagte Erdogan mit Blick auf die Europäer. Er hat schon oft die Wiedereinführung der Todesstrafe versprochen, doch obwohl er im Parlament die Mehrheit hat, wurden bisher keine Schritte dazu unternommen.

Der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK währt seit drei Jahrzehnten und kostete bisher mindestens 40.000 Menschen das Leben. Einen Friedensprozess brach Präsident Erdogan 2015 ab. Seitdem hat sich die Lage mit Anschlägen seitens der PKK und Einsätzen des Militärs in dem vorwiegend kurdischen Südosten des Landes verschärft.

Von: APA/dpa