In Myanmar werden die Rohingya vertrieben

Myanmar verweigert UN-Menschenrechtsexpertin die Einreise

Mittwoch, 20. Dezember 2017 | 15:20 Uhr

Die UN-Menschenrechtsexpertin Yanghee Lee darf nicht mehr nach Myanmar einreisen, wie das Büro des UN-Menschenrechtskommissars am Mittwoch mitteilte. Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Myanmar sollte im Jänner nach Myanmar reisen, um die Lage im Land zu bewerten. Dabei gehe es auch um Übergriffe gegen die muslimischen Rohingya im Bundesstaat Rakhine, hieß es.

Die Regierung Myanmars habe die südkoreanische Rechtsexpertin darüber informiert, dass sie nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten werde. Man habe Lee in Myanmar mitgeteilt, dass dies mit ihren Erklärungen nach ihrem letzten Besuch im Juli zusammenhänge.

“Diese Erklärung der Nichteinhaltung meines Mandats kann nur als deutliches Zeichen dafür gewertet werden, dass in Rakhine und im übrigen Land etwas fürchterlich Schreckliches geschehen muss”, erklärte Lee.

Während ihres Besuchs hatte die UN-Expertin öffentlich zunehmende Einschränkungen sowie Belästigungen von Personen kritisiert, die mit ihr gesprochen hatten. Seither hat Lee auch den UN-Sicherheitsrat dazu aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen.

Seit Ende August sind nach UN-Angaben mehr als 640.000 Rohingya aufgrund des brutalen Vorgehens des myanmarischen Militärs in das benachbarte Bangladesch geflohen.

Von: APA/dpa