Myanmar droht, vertriebene Rohingya nicht mehr zurückzunehmen

Myanmar wies UNO-Kritik in Rohingya-Krise scharf zurück

Mittwoch, 08. November 2017 | 10:23 Uhr

Myanmar hat Kritik des UNO-Sicherheitsrates am Umgang mit der Krise um die verfolgte Minderheit der Rohingya zurückgewiesen. Die jüngste Erklärung des Sicherheitsrates könne den Bemühungen, die nach Bangladesch geflohenen Angehörigen der muslimischen Minderheit wieder nach Myanmar zurückzuführen, “ernsthaft schaden”, teilte das Büro von Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit.

Der Sicherheitsrat hatte Myanmar am Montag aufgefordert, das Vorgehen der Armee einzuschränken, welches seit Ende August mehr als 600.000 Rohingya in die Flucht nach Bangladesch getrieben hat. In der UNO-Erklärung war von “großer Besorgnis” angesichts von Menschenrechtsverstößen die Rede, “an denen auch die Sicherheitskräfte Myanmars beteiligt” seien.

Die Regierung von Suu Kyi erklärte am Mittwoch, der Sicherheitsrat ignoriere die Tatsache, dass die Krise nur bilateral und “auf freundschaftliche Weise” von den Nachbarstaaten Myanmar und Bangladesch gelöst werden könne. Die UNO-Erklärung könne den “rasch voranschreitenden” Verhandlungen der beiden Länder schaden.

Nach wochenlangen Spannungen wegen der Flüchtlingskrise hatten Myanmar und Bangladesch zuletzt Gespräche über eine Rückführung der Rohingya begonnen. Eine Einigung steht allerdings noch aus, die beiden Länder warfen sich gegenseitig vor, Fortschritte in der Krise zu verhindern.

Die muslimischen Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Myanmar wies UNO-Kritik in Rohingya-Krise scharf zurück"


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zombie1969
zombie1969
Superredner
15 Tage 20 h

“aus dem buddhistisch geprägten Myanmar geflohen”
Die muslimischen Rohingya flüchten, weil sie es nicht geschafft haben, die buddhistische Mehrheit mit Gewalt zu vertreiben und sich von Myanmanr abzuspalten und einen islamistischen Staat zu gründen. 
Die wahren humanistischen Katastrophen mit hundertausenden Toten auf diesem Planeten passieren derzeit im Jemen, Syrien, Irak, Afghanistan, Somalia etc. Der “Aufschrei” der UNO kommt da recht unglaubwürdig daher.

speckbrot
speckbrot
Tratscher
15 Tage 18 h

@Zombie1969
Und in diesen ursprünglich christlichen Ländern sind sämtliche religiöse Minderheiten schon lange vertrieben oder getötet worden. 

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