USA warfen "Mutter aller Bomben" ab

Nach Einsatz von US-Megabombe: IS bestreitet Todesopfer

Freitag, 14. April 2017 | 20:51 Uhr

Die US-Armee hat in Afghanistan erstmals die größte nicht-atomare Bombe abgeworfen und dabei nach Behördenangaben 36 Kämpfer der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Wie das Verteidigungsministerium in Kabul mitteilte, wurden bei dem Angriff “strategische” Verstecke der Islamisten sowie ein tiefer, unterirdischer Tunnelkomplex zerstört. Der IS bestritt Todesopfer in den eigenen Reihen.

Der Abwurf der Riesenbombe am Donnerstag im Osten des Landes wurde auch als Warnung der USA an die viel größere Gruppe der radikalislamischen Taliban verstanden, deren Frühjahrsoffensive bevorsteht. Der Angriff sei in Zusammenarbeit mit den örtlichen Streitkräften erfolgt, hieß es in der Erklärung des afghanischen Verteidigungsministeriums weiter.

Es war das erste Mal, dass die US-Streitkräfte eine GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) einsetzten, die im Militärjargon auch “Mother of all Bombs” genannt wird. Abgeworfen wurde die mehrere Meter lange Bombe mit einer Sprengkraft von elf Tonnen TNT nach Angaben des Pentagons von einer MC-130-Transportmaschine im Bezirk Achin in der Provinz Nangarhar. Dort war am vergangenen Wochenende ein US-Soldat im Einsatz gegen die Jihadisten getötet worden.

Der Gouverneur von Achin, Esmail Shinwari, sagte gegenüber Medien, die Explosion durch die Bombe sei “die größte gewesen, die ich jemals gesehen habe”. Riesige Flammen seien in der Gegend hochgeschlagen. Aus einer afghanischen Armeequelle verlautete, Bewohner hätten berichtet, der Boden habe beim Einschlag “wie bei einem Erdbeben” gezittert. Menschen seien ohnmächtig geworden.

Aus einer anderen afghanischen Militärquelle hieß es, vermutlich versteckten sich bis zu tausend IS-Kämpfer in der Gegend. Nach Angaben von Sicherheitsexperten hat die IS-Miliz ihre Verstecke in der Nähe der Häuser von Zivilisten angelegt.

Nach Darstellung der Regierung in Kabul sind jedoch tausende Familien bereits in den vergangenen Monaten vor den Kämpfen geflohen. “Es wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um zivile Opfer zu vermeiden”, erklärte Präsident Ashraf Ghani im Kurzbotschaftendienst Twitter, er stellte sich damit hinter den US-Bombenangriff.

Der Kommandant der US-Truppen in Afghanistan, John Nicholson, begründete den Einsatz der Mega-Bombe damit, dass die Jihadisten als Reaktion auf ihre zunehmenden Verluste zuletzt ihre Verteidigungsstellungen mit Sprengsätzen, Bunkern und Tunneln ausgebaut hätten. US-Präsident Donald Trump sprach von einer “sehr, sehr erfolgreichen” Mission.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, ergänzte, den IS-Kämpfern in der Region müsse der Raum für ihre Einsätze abgeschnitten werden – “was wir getan haben”. Die USA haben rund 8.400 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Sie unterstützen die afghanischen Regierungstruppen im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban sowie gegen den IS.

Während nach Behördenangaben bei dem Einsatz vom Donnerstag mindestens 36 IS-Kämpfer getötet wurden, bestritt die Jihadistenmiliz, dass es überhaupt Opfer in den eigenen Reihen gegeben habe. Es habe weder Verletzte noch Tote gegeben, teilte die IS-nahe Propaganda-Agentur Amaq am Freitag in sozialen Netzwerken mit. Ein Sprecher des Pentagons in Washington konnte die Zahl von 36 Toten bei dem US-Bombenangriff nicht bestätigen.

Am Freitag fand in Moskau eine internationale Afghanistan-Konferenz mit Staaten der Region statt. Ziel des Treffens war es, Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung in Gang zu bringen. Vertreter von NATO-Staaten oder der Vereinten Nationen waren nicht beteiligt.

Von: APA/ag./dpa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Nach Einsatz von US-Megabombe: IS bestreitet Todesopfer"


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honsi
honsi
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Eine Bombe abwerfen die 16 Millionen Dollar kostet um 36 Terroristen zu töten. Warum kann man dieses Geld nicht in Frieden investieren?

Mamme
Mamme
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Kann man Frieden kaufen???

ThunderAndr
ThunderAndr
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

Kann es sein dass das Programm zur Entwicklung der Bombe soviel gekostet hat und die Journalisten das was falsch verstanden haben ?

OrB
OrB
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Richtig so!

Anonymus
Anonymus
Neuling
1 Monat 11 Tage

Naja ich weis nicht ob das die richtige Lösung ist, man muss auf jeden Fall gegen den IS vorgehen aber ob man einfach Bomben abwirft und damit das Leben 1.000er Zivilisten gefährdet, ist sehr fraglich.

gauni2002
gauni2002
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

wieviel Zivilisten dabei drauf gingen wird allerdings verheimlicht, denn die IS behalten ja gerne Zivilisten als Schutzschild. Und eine Bombe mit dieser Wirkung ist immens verheerend. 

traktor
traktor
Superredner
1 Monat 12 Tage

für die war die bombe zu schade( zu teuer)

zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 12 Tage

Das war eine Demonstration für Nordkorea wie ihre Anlagen und Fertigungsstätten ohne den Einsatz von Nuklearwaffen Verdampft werden können. 
Eine Bombe vom Typ GBU-43 kostet etwa 14 Millionen Dollar. Deshalb wohl kaum eine Option diese Waffe auf Gegner mit AK-47 zum Einsatz zu bringen.
Kim Jong-un in Nordkorea weiss nun was ihn erwartet wenn er an dem jetzigem Weg festhält.
Was noch dafür spricht ist, dass die Waffe auch von einer Northrop B-2 eingesetzt werden kann die bereits in Südkorea stationiert sind.

witschi
witschi
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

in einer reihe aufstellen. da genügt ein schuss

Dagobert
Dagobert
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Der Trump wird all seinen Verbündeten eine nette Rechnung ins Haus flattern lassen.

a sou
a sou
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage
Brixbrix
Brixbrix
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

die Bomben sain s oanzige wos de .. . verstian.
olm weiter bis der Sauhau…. augeraump isch

knoflheiner
knoflheiner
Tratscher
1 Monat 11 Tage

in der nocketen Wüste isch der Stab aufgongen mehr nicht.

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