Polizei erschoss den Geiselnehmer

Nach Terrorangriff in Südfrankreich – Bekannte verhaftet

Freitag, 23. März 2018 | 22:54 Uhr

Nach der islamistischen Geiselnahme in Südfrankreich ist eine enge Bekannte des getöteten Angreifers festgenommen worden. Die Frau werde der Mitgliedschaft in einer kriminellen terroristischen Vereinigung verdächtigt, sagte Anti-Terror-Staatsanwalt Francois Molins am Freitag in Carcassonne. Sie lebte demnach mit dem marokkanischen Islamisten zusammen, der am Freitag drei Menschen getötet hatte.

Der Mann habe bei der Erstürmung eines Supermarktes in der südfranzösischen Stadt Trebes “Allah Akbar” (Gott ist der Größte) gerufen und sich als “Soldaten” der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet, sagte Molins. Er habe gesagt, er sei bereit für Syrien zu sterben, und habe die Freilassung inhaftierter “Brüder” gefordert.

Der Marokkaner hatte bei einem Autodiebstahl in Carcassonne und bei einer Geiselnahme in einem Supermarkt in Trebes drei Menschen getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Der Mann Mitte zwanzig war den Sicherheitsbehörden bekannt, wie Staatsanwalt Molins sagte. Wegen seiner Verbindungen zur Salafisten-Szene wurde er in einer Datei mit mutmaßlichen islamistischen Gefährdern geführt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Vor der Geiselnahme brachte der Täter nach Angaben von Innenminister Gerard Collomb ein Auto in seine Gewalt. Einer der Insassen sei getötet, der andere schwer verletzt worden. Dann sei er Bereitschaftspolizisten begegnet, die gerade vom Joggen zurück gekommen seien – und eröffnete das Feuer. Ein Beamter wurde an der Schulter verletzt. Danach sei der Angreifer nach Trebes gefahren, habe den Supermarkt betreten, sofort geschossen und zwei weitere Menschen getötet.

Die französischen Behörden hatten den Supermarkt-Angreifer von Südfrankreich in der Vergangenheit schon wegen mutmaßlicher Radikalisierung auf dem Schirm. Der Mann habe seit 2014 wegen Verbindungen zur salafistischen Bewegung in einer Datenbank gestanden, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt Francois Molins am Freitag in Carcassonne. Eine Überwachung im Jahr 2016 und 2017 habe aber keine Anzeichen erbracht, die hätten vermuten lassen, dass der Mann zu einer Terror-Tat schreiten könnte.

Die Geiselnahme hatte gegen 11 Uhr begonnen. Die Polizei riegelte das Gelände ab, Spezialkräfte rückten an. Ein Polizist ließ sich freiwillig gegen eine Geisel austauschen – und wurde beim Zugriff schwer verletzt. Innenminister Collomb sprach von einer Heldentat. Der Beamte habe sein Telefon mit einer offenen Verbindung auf einem Tisch liegen lassen, sagte Collomb. So hätten die Einsatzkräfte hören können, was sich im Supermarkt abspielte. Als Schüsse fielen, seien sie eingeschritten.

Der Angreifer sei ein “Soldat des Islamischen Staates”, meldete das IS-Sprachrohr Amaq. Er habe damit auf Aufrufe reagiert, die “Staaten der Koalition” anzugreifen. Damit ist das internationale Bündnis gemeint, das unter US-Führung in Syrien und im Irak den IS bekämpft. Die Echtheit der Mitteilung ließ sich zunächst nicht bestätigen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle der Terrormiliz verbreitet.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die schweren Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Zuletzt hatte im vergangenen Oktober ein Angreifer in Marseille zwei Frauen erstochen, auch hier hatte der IS die Tat für sich reklamiert. Die Behörden sprechen regelmäßig von einer weiterhin hohen Gefahr.

Nach der Terrorattacke in Südfrankreich hat die Partei von Staatspräsident Emmanuel Macron ihre geplante Europa-Offensive verschoben. Eigentlich wollte die Regierungspartei La République En Marche an diesem Samstag ihren “Großen Marsch für Europa” beginnen – eine sechswöchige Haustürbefragung, mit der sie die Europawahl 2019 vorbereiten will. Die Partei begründete die Verschiebung am Freitag in einer Mitteilung mit dem “Respekt dieses Moments der Trauer und der nationalen Solidarität”. Ein neuer Termin solle später bekanntgegeben werden.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

16 Kommentare auf "Nach Terrorangriff in Südfrankreich – Bekannte verhaftet"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
elmike
elmike
Grünschnabel
28 Tage 25 Min

Wenn der schun im Verzeichnis als radikaler Islamist wor, wieso hobnse nen donn net ausgewiesen? I tat sowieso jeden der als solcher registriert isch ausweisen mit Aufenthaltsverbot für Europa! Liaber 1000 zu viel ausweisen als oanen zu wianig!

sou ischs
sou ischs
Tratscher
27 Tage 21 h

i tatse glei schun zi ihnan gonzn jungfraun schickn….erspart ärger und geld

Staenkerer
27 Tage 18 h

do geats wie ba ins, de linke hond woas nit wos de rechte tuat!

WM
WM
Universalgelehrter
28 Tage 2 h

Am besten eliminieren dann isch ruhe damit der andere polizist nicht sein leben verliert

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
28 Tage 23 Min

Gerade in dieser Dimension gibt es
überhaupt noch eine Meldung !

An die messermordenden “Einzeltäter”
hat MAN uns inzwischen schon gewöhnt,
für jeden gibt es eine kreative Entschuldigung,
das ist schon Alltag und wird – wenn überhaupt publiziert –
bereits gern überlesen …

An die Mehrfachmorde mit Geiselnahmen
werden wir genauso schnell gewöhnt:

Die gehen dann in
Groß-Anschlägen mit mehreren hundert Ermordeten
unter !Aufrtrag des Islam ist die Welt zu erobern.

RIVERS OF BLOOD – STRÖME VON BLUT
Enoch Powells frühe Warnung vor der Massenmigration:
http://www.welt.de/debatte/

Hier im Volltext nachzulesen:
https://archive.org/details..

sakrihittn
sakrihittn
Superredner
27 Tage 21 h

Es wird zensiert was das Zeug hält um alle Kritiker mundtod zu machen um damit der Plan der Eliten umgesetzt wird. So dumm kann kein Mensch auf dieser Welt sein um das nicht zu verstehen.

enkedu
enkedu
Kinig
27 Tage 19 h

@sakrihittn Diese Eliten wählen wir ab.

maria zwei
maria zwei
Superredner
28 Tage 13 Min

ab mit all diejenigen von denen man weiss dass sie Gefährder sind. Solange die in Europa frei herumlaufen wird niemals Ruhe mit diesen Fanatikern sein

enkedu
enkedu
Kinig
27 Tage 21 h

Allah ist gross. … aber nicht bei uns.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
27 Tage 10 h

@enkedu

Aloha Snackbar! 😉

Paul
Paul
Superredner
27 Tage 23 h

alle Attentäter haben eines gemeinsam Alle hatten kleinere Vorstrafen,wurden jedoch nicht ausgewiesen bzw ABGESCHOBEN !! Wann klingelts endlich bei den Verantwortlichen ?

Mastermind
Mastermind
Superredner
28 Tage 36 Min

Wie hatte der Bürgermeister von London gesagt:”Damit muss man in Großstädte leben”. Wer jeden in sein Land lässt, muss halt damit rechen, das auch Straftäter die angebliche Flucht, als Mittel zur neuen Identität nutzen, die etwas zu verlieren haben werden nicht aus ihrer Heimat fliehen und Grundbesitz zurücklassen. Wer nichts hat, wird aber auch nie wieder zurückgehen und in der EU bleiben!

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
28 Tage 14 Min
Septimus
Septimus
Superredner
27 Tage 18 h

Der Terrorismus wird wieder bewusst in die Köpfe der Menschen zurückgeholt,denn die Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden, sind nun wieder da. Laut den französischen Behörden soll es in Frankreich zirka 15.000 registrierte und  gewaltbereite Islamisten geben…warum verweist man sie nicht des Landes???

hansl 13
hansl 13
Grünschnabel
27 Tage 6 h

wir sind alle Schuld, an dem Versagen der Polizisten,weil wir zu dumm sind, andere zu wählen!

Parteikartl
Parteikartl
Grünschnabel
27 Tage 6 h

Alle unter Beobachtung stehende Islamisten sofort ausweisen.
Die kosten dem Steuerzahler nur Geld.
Eoropa muss verdammt auf der Hut sein!

wpDiscuz