NATO-Generalsekretär Stoltenberg traf Botschafter

NATO informierte Russland über Großmanöver

Donnerstag, 31. Mai 2018 | 15:39 Uhr

Die NATO-Staaten haben Russland über ein im Herbst geplantes Großmanöver im nordöstlichen Bündnisgebiet informiert. An der Übung mit dem Namen “Trident Juncture” (Dreizackiger Verbindungspunkt) werden nach jüngsten Angaben rund 40.000 Soldaten teilnehmen.

Der Austausch bei der Sitzung des NATO-Russland-Rats sei offen und sachlich gewesen, hieß es am Donnerstag im Anschluss aus Bündniskreisen. Aggressive Töne habe es nicht gegeben.

Thema bei den rund dreistündigen Gesprächen in der NATO-Zentrale in Brüssel waren außer dem bevorstehenden Großmanöver der NATO auch der Ukraine-Konflikt und die jüngsten Vorwürfe der 29 Bündnisstaaten gegen Russland. Zuletzt hatte unter anderem der Nervengift-Anschlag gegen den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter das Verhältnis zwischen beiden Seiten zusätzlich belastet. Die NATO ließ Ende März wegen des Falls sieben Mitarbeiter der russischen NATO-Vertretung ausweisen. Zudem wurde beschlossen, die Maximalgröße der russischen Delegation bei der NATO von 30 auf 20 Personen zu begrenzen.

Begründet wurden die Sanktion mit Hinweisen auf eine Verwicklung Russlands in den Anschlag. Bei der Tat wurde der in der früheren Sowjetunion entwickelte Kampfstoff Nowitschok verwendet. Moskau weist jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück.

Das Treffen des NATO-Russland-Rats war das erste in diesem Jahr. Teilnehmer waren neben NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Botschafter der Bündnisstaaten sowie Vertreter der russischen NATO-Vertretung.

Von: APA/dpa