Russische Behörden ermitteln gegen ihn

Nawalny will nach Vergiftung nach Russland zurückkehren

Mittwoch, 13. Januar 2021 | 09:55 Uhr

Der Kremlgegner Alexej Nawalny will nach seiner Vergiftung an diesem Sonntag nach Moskau zurückkehren. Er lande am 17. Jänner mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Pobeda, teilte er im Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch mit. Er hält sich nach dem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok seit August zur Heilung in Deutschland auf. Die Frage einer Rückkehr habe sich für ihn nie gestellt, weil er Russland nie selbst verlassen habe, schrieb der 44-Jährige.

“Ich bin in einer Wiederbelebungskiste in Deutschland angekommen”, meinte er mit Blick auf sein mehrwöchiges Koma nach dem Anschlag in Russland. Nawalny hatte sich in Deutschland zuletzt noch zu einer Reha-Maßnahme aufgehalten. Er macht für den Giftanschlag mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe im vergangenen August ein unter dem Befehl von Kremlchef Wladimir Putin agierendes “Killerkommando” des Inlandsgeheimdienstes FSB verantwortlich. Russland bestreitet eine Verwicklung in den Fall und verlangt etwa von Deutschland Beweise für eine Vergiftung. Erst dann wolle man Ermittlungen einleiten.

Zuletzt hatten die russischen Behörden den Druck auf Nawalny erhöht. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Strafvollzugsbehörde den Oppositionellen wegen angeblich nicht erfüllter Bewährungsauflage ins Gefängnis bringen möchte. Ein entsprechender Antrag wurde bei einem Moskauer Gericht gestellt.

Die Behörde hatte Nawalny kurz vor dem Jahreswechsel schriftlich aufgefordert, Auflagen einer früheren Strafe zu erfüllen und sich bei den russischen Behörden persönlich zu melden. Ansonsten drohe eine Inhaftierung. In dem Fall geht es um eine Verurteilung aus dem Jahr 2014. Nawalny schrieb dazu, die Bewährungsstrafe habe bereits am 30. Dezember vergangenen Jahres geendet.

Zudem gibt es Ermittlungen gegen den Regierungskritiker wegen angeblichen Betrugs. Das russische Ermittlungskomitee warf ihm vor, mit anderen Personen Spenden von umgerechnet 3,9 Millionen Euro an seinen Fonds zur Bekämpfung von Korruption für “persönliche Zwecke” verwendet zu haben – etwa für den Kauf von Eigentum und die Finanzierung von Urlaub. Nawalny wies das zurück. Der Putin-Gegner hatte stets erklärt, er wolle seine Arbeit in Russland fortsetzen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Nawalny will nach Vergiftung nach Russland zurückkehren"


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Doolin
Doolin
Tratscher
6 Tage 20 h

…der hat aber Schneid…
😣

giovanocci
giovanocci
Grünschnabel
6 Tage 16 h

Den kennt in Russland doch keine sau 🤣🤣🤣

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
6 Tage 13 h

Novitschock ist nicht Nachweisbar

Namulith
Namulith
Tratscher
6 Tage 13 h

Man muss es nur finden WOLLEN…

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
6 Tage 13 h

Novitschock ist unauffindbar. Da kannst du wollen wieviel du willst.

Namulith
Namulith
Tratscher
6 Tage 12 h

Auch nicht wenn man nach hilft?

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
6 Tage 12 h

Google mal Wiki Novitschock

Namulith
Namulith
Tratscher
6 Tage 11 h

Habe ich. Und dann? 🙂

Namulith
Namulith
Tratscher
5 Tage 23 h

Also im Artikel ist nur von “könnte” die Rede, nicht wie sie es wirklich ‘nachgewiesen’ haben.
Könnten diesbezügliche Informationen verraten, dass NATO-Labore Wissen über Novitschok haben, das nicht ohne Besitz desselben erklärt werden könnte?
Übrigens ist es bezeichnend, dass die letzte SPON-Bellingcat Story mit den vergifteten Unterhosen und dem 2.! Vergiftungsversuch kaum mehr Erwähnung findet.

Namulith
Namulith
Tratscher
5 Tage 23 h

Mit Artikel meinte ich den verlinkten Heise-Artikel…

brunner
brunner
Universalgelehrter
6 Tage 17 h

Mal schauen, welcher Otto Normalverbraucher aus Russland , aber auch aus Deutschland selbst, mal eben so wählen kann, in der Berliner Charite behandelt zu werden….

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