Ablösegerüchte um Bundeskanzler Karl Nehammer

Nehammer ortet “Sommerlochdebatte” über mögliche Ablöse

Dienstag, 02. August 2022 | 15:23 Uhr

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sieht in mehreren Medienberichten über angebliche parteiinterne Diskussionen über seine Ablöse eine “offensichtliche mediale Sommerlochdebatte”. Die Regierung arbeite mit der Energiekrise und der Teuerung an ernsthaften Problemen. “Dem widme ich zu 100 Prozent meine Energie”, so Nehammer bei einer Pressekonferenz nach dem Energie-Krisenkabinett am Montagabend. Auch der als Nachfolger genannte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) winkt ab.

Die Frage stelle sich nicht, “Karl Nehammer ist ein ausgezeichneter Bundeskanzler und Krisenmanager, ich bin der Finanzminister an seiner Seite”, ließ Brunner in mehreren Zeitungen (“Standard”, “Kurier”, “VN”) am Dienstag sowie auch am Rande einer Pressekonferenz wissen. Ähnlich wie Nehammer nannte Brunner die Spekulationen am Dienstag im Ö1-“Morgenjournal” auch “eine künstliche Sommerloch-Debatte”, an der er sich nicht beteilige. “Wir haben vielfältige Krisen, die wir zu bewältigen haben und zu bekämpfen haben, das tun wir jeden Tag.”

Auch Familien- und Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) wies die Spekulationen am Rande eines mit Brunner abgehaltenen Medientermins zum Thema Teuerung klar zurück. Sie verwies darauf, dass Nehammer beim letzten Parteitag als Parteiobmann 100 Prozent Zustimmung erhalten hatte.

In mehreren Medien war spekuliert worden, dass die ÖVP Nehammer aufgrund schlechter Umfragewerte ersetzen wolle. Die Volkspartei wurde nach einem zwischenzeitlichen Höhenflug unter Sebastian Kurz zuletzt in einer Umfrage gar auf Platz Drei hinter der FPÖ ausgewiesen. Auch auf Landesebene schielt man wohl eher nervös auf die Umfragen: Gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Tirol wurde der dortigen ÖVP am Wochenende ein Absturz auf unter 30 Prozent prognostiziert, das wären 15 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2018.

Der in der mächtigen niederösterreichischen ÖVP verankerte Nehammer hatte die Partei im Dezember in den Turbulenzen rund um die Inseratenaffäre, in der gegen Kurz ermittelt wird, übernommen, und ist erst im Mai mit 100 Prozent zum Parteiobmann gekürt worden. In der ÖVP Niederösterreich versicherte man gegenüber der APA, dass Nehammer weiterhin Rückhalt genieße. Gegen eine Ablöse spricht wohl auch, dass es für die ÖVP eher schwierig zu argumentieren wäre, nach Sebastian Kurz, Alexander Schallenberg und Nehammer innerhalb weniger Monate einen vierten Bundeskanzler zu installieren.

Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch ist es “kein Wunder, dass die Schlagzeilen schon wieder von Ablösegerüchten des Kanzlers dominiert werden”, wie er in einer Aussendung meinte, denn “mittlerweile haben selbst hartgesottene ÖVP-Funktionäre von der miserablen Regierungsperformance und dem desaströsen Leadership des Kanzlers die Nase gestrichen voll”. Die ÖVP sei “nur noch mit Korruptionsskandalen, Personaldebatten und dem Festklammern an den Futtertrögen beschäftigt”, es sei höchste Zeit für Neuwahlen.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Nehammer ortet “Sommerlochdebatte” über mögliche Ablöse"


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Kinig
15 Tage 16 h

Das “Heimat/Mutterland” wandelt doch nicht etwa auf den Spuren seines südlichen, verlorenen “Kindes” ??😉

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