Claudia Gamon erhielt 95,2 Prozent der Stimmen

NEOS kürten Gamon zur Spitzenkandidatin für EU-Wahl

Samstag, 26. Januar 2019 | 18:16 Uhr

Die NEOS schicken wie erwartet Claudia Gamon ins EU-Wahlrennen. Die 30-jährige Vorarlberger Nationalratsabgeordnete wurde bei einer Mitgliederversammlung am Samstag in Wien mit 95,2 Prozent zur Spitzenkandidatin gekürt. Sie stehe für ein “Europa auf der Überholspur”, erklärte Gamon. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger übte Kritik an der FPÖ und rief zur Verteidigung der Grundwerte Europas auf.

Wie bei den NEOS üblich, entschied nicht nur die Parteispitze über die Kandidatenliste. Vielmehr gab es einen mehrstufigen Wahlprozess mit einer öffentlichen Online-Vorwahl, einer Wahl im Erweiterten Vorstand und eben einer Mitgliederversammlung. Zu dieser sind Samstagvormittag im Wiener Palais Wertheim rund 230 Anhänger erschienen. Sie gaben bei der Wahl um Platz Eins 419 gültige Stimmen ab (die NEOS erlauben eine Übertragung des Stimmrechts), auf Gamon entfielen davon 399. Gegen sie hatte nur ein weniger bekanntes Parteimitglied kandidiert.

“Cool!”, lautete die erste Reaktion der 30-jährigen Vorarlbergerin. “Wir sind das ehrlichste europäische Angebot, weil wir sind Europa”, betonte Gamon in ihrer Dankesrede. “Es ist nicht einfach, europäisch zu sein, es ist manchmal urmühsam, europäisch zu sein, aber es lohnt sich.” Die EU müsse weiterentwickelt werden, sie stehe dabei für ein “Europa auf der Überholspur”, meinte Gamon. Offensiv bewarb sie die pinke Vision der “Vereinigten Staaten von Europa” inklusive europäischem Pass, gemeinsamer Regierung und Armee. “Wer Visionen hat, braucht keinen Arzt, sondern der braucht einen Plan, Fleiß und Ausdauer” – und all das bringe sie für den Wahlkampf und auch die nächsten Jahre in der EU mit, versicherte die Spitzenkandidatin.

Parteichefin Beate Meinl-Reisinger hatte zum Auftakt Sorge um Grundprinzipien wie liberale Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungs- und Pressefreiheit und die unabhängige Justiz geäußert. “Dieses vereinte Europa ist aufgebaut auf zwei Worten: Nie wieder!” Sie sage das heute auch wieder, weil sie das Gefühl habe, dass das Geschichtsbewusstsein verloren gegangen sei, wie man in der politischen Debatte der vergangenen Tage gesehen habe. Einmal mehr verurteilte sie in diesem Zusammenhang die Aussage von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), wonach das Recht der Politik zu folgen habe. “Es ist an der Zeit, aufzustehen und zu sagen: Wir halten dagegen, wir kämpfen für unsere Werte.”

Die NEOS gaben am Samstagnachmittag auch die Plätze hinter Claudia Gamon auf der Liste für die EU-Wahl im Mai bekannt. Auf Platz Zwei kandidiert nach dem internen Vorwahlprozess, der mit einer Mitgliederversammlung abgeschlossen wurde, die Salzburger Unternehmerin Karin Feldinger.

Auf Platz Drei folgt Stefan Windberger, der schon 2014 auf dem zweiten Listenplatz kandidiert hatte. Dann steht Stefan Zotti, ehemaliger Geschäftsführer des Österreichischen Austauschdiensts und früherer Mitarbeiter von EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP), auf der Liste. Platz Fünf erreichte die georgisch-stämmige Europa-Aktivistin Nini Tsiklauri.

Derzeit haben die NEOS eine EU-Abgeordnete, Generalsekretär Nick Donig hat als ein Wahlziel für Mai zwei Mandate ausgerufen.

Auch wurde auf der Mitgliederversammlung – ohne Gegenstimme – noch ein eigenes Europa-Programm beschlossen.

Von: apa

Kommentare

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2 Kommentare auf "NEOS kürten Gamon zur Spitzenkandidatin für EU-Wahl"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Amadeus
Amadeus
Grünschnabel
23 Tage 11 h

Hübsches Mädchen. Solche Parteien bräuchten wir mehr in der EU. Einfach mit altem starren Politikwesen aufräumen und zeitgemässe neue Wege gehen. Bravo

Paul
Paul
Universalgelehrter
23 Tage 9 h

Gelbwestenbewegungen werden in den nächsten Jahren die EU wachrütteln

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