"Dies wird bedeutende und historische langfristige Auswirkungen haben"

Netanyahu: Verlegung der US-Botschaft historischer Moment

Sonntag, 25. Februar 2018 | 15:47 Uhr

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hat Pläne zur Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem schon im Mai begeistert begrüßt. Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump sei “ein großartiger Moment für die Bürger Israels und ein historischer Moment für den Staat Israel”, sagte Netanyahu am Sonntag während der wöchentlichen Kabinettssitzung.

“Wir werden zusammen feiern, alle Bürger Israels”, sagte Netanyahu. “Dies wird bedeutende und historische langfristige Auswirkungen haben.” Er dankte Trump und beschrieb ihn als “großen Freund des Staates Israel”.

Das US-Außenministerium hatte am Freitag mitgeteilt, die Eröffnung des Botschaftsgebäudes werde mit dem 70. Jahrestag der Gründung Israels zusammenfallen. Das Datum dafür ist der 14. Mai. Israelische Medien berichteten, Netanyahu wolle Trump zur Eröffnung einladen.

Die Palästinenser reagierten entrüstet auf die US-Ankündigung. Chefunterhändler Saeb Erekat kritisierte auch scharf das Datum – einen Tag bevor die Palästinenser am 15. Mai der Nakba (Katastrophe) gedenken. Dabei geht es um den Verlust ihrer Heimat nach der Gründung des Staates Israel 1948. Während des ersten Nahostkriegs nach der Staatsgründung gab es nach unterschiedlichen Schätzungen rund 700.000 palästinensische Flüchtlinge.

Trump hatte Jerusalem im Dezember als Hauptstadt Israels anerkannt und die Verlegung der Botschaft angekündigt. Das stieß weltweit auf Kritik. In den Palästinensergebieten kam es zu Unruhen. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Von: APA/dpa