Israels Premier traf saudischen Kronprinzen

Netanyahu zu Besuch in Saudi-Arabien

Montag, 23. November 2020 | 13:41 Uhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich zu einem Besuch in Saudi-Arabien aufgehalten. Bildungsminister Joaw Gallant bestätigte am Montag entsprechende Berichte heimischer Medien. Dem staatlichen Radiosender Kan und dem Armeeradio zufolge traf Netanyahu bereits am Sonntag Kronprinz Mohammed bin Salman und kam auch mit dem scheidenden US-Außenminister Mike Pompeo zusammen. Gallant sprach von einem “großartigen Erfolg”.

Es sei von großer Bedeutung, dass dieses Treffen stattgefunden habe und halb-offiziell bekanntgemacht werde, sagte er dem Armeeradio. Es handelt sich um die erste publik gewordene Reise eines israelischen Regierungschefs nach Saudi-Arabien.

Ein Journalist der Zeitung “Haaretz” hatte zuvor Luftfahrtdaten veröffentlicht, die den Flug eines Geschäftsreise-Fliegers von Tel Aviv in die saudi-arabische Stadt Noem am Roten Meer belegen. Dort wollten sich der Kronprinz und Pompeo am Sonntag treffen. Israelische Medien berichteten, dass Netanyahu bei seiner Reise von Auslandsgeheimdienstchef Joseph Cohen begleitet worden sei. Cohen gilt als wichtiger Befürworter diskreter Bemühungen um diplomatische Kontakte mit den Golf-Staaten. In den saudi-arabischen Staatsmedien war von Netanyahus Besuch nicht die Rede. Von der Regierung in Riad war keine Stellungnahme zu erhalten.

Das ultrakonservative Saudi-Arabien hat sich traditionell für die palästinensische Sache eingesetzt und alle offiziellen Kontakte mit Israel gemieden. Doch das Königreich, seine Verbündeten am Golf und Israel haben ein gemeinsames tiefes Misstrauen gegenüber dem Iran. Pompeo versucht daher die Regional-Großmacht dazu zu bewegen, wie ihre Nachbarn Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain offizielle Beziehungen mit Israel aufzunehmen. Bisher lehnt das saudi-arabische Königshaus eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel ab. Es erlaubt aber mittlerweile israelischen Flugzeugen, den heimischen Luftraum zu durchqueren für neue Ziele in der Golfregion und für Ziele in Asien.

Von: APA/ag.