Die Waffenruhe steht an der Kippe

Neue Gefechte in Ostukraine gefährden brüchige Waffenruhe

Freitag, 09. September 2016 | 18:06 Uhr

Neue Gefechte in der Ostukraine gefährden die seit Anfang September geltende Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten. Erstmals seit Inkrafttreten der Feuerpause sei am Donnerstag ein ukrainischer Soldat bei einem Angriff der Rebellen getötet worden, teilte Kiew am Freitag mit. Zwei weitere Soldaten seien in der Stadt Marjinka verletzt worden.

Nach Angaben eines Armeesprechers griffen die Separatisten außerdem die Umgebung der Hafenstadt Mariupol mit schweren Waffen an. Seit Beginn der Waffenruhe zum Auftakt des Schuljahres am 1. September waren bereits zwei ukrainische Soldaten durch Minen getötet worden. Nach Angaben der Rebellen wurde außerdem einer ihrer Kämpfer bei einem Bombardement der ukrainischen Armee getötet.

Auf politischer Ebene beraten unterdessen Ukraines Präsident Petro Poroschenko und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel über neue Friedensinitiativen für das Kriegsgebiet Donbass. Neben Bemühungen in der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe sprachen sich beide nach ukrainischen Angaben auch für neue Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin aus. Ein Berater des französischen Staatschefs Francois Hollande war dem Telefonat zugeschaltet.

Poroschenko warf den prorussischen Separatisten in der Ostukraine Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Armee und Aufständische hatten am 1. September einen neuen Anlauf für eine Feuerpause genommen. In dem seit über zwei Jahren andauernden Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten wurden fast 9.600 Menschen getötet.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa würden im Frontgebiet immer wieder behindert, kritisierte OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier in Kiew. Er forderte freien und sicheren Zugang für die Beobachter. Mit Poroschenko sprach Zannier später über den Wunsch der Ukraine nach einer internationalen Polizeimission für den Donbass. Der OSZE-Generalsekretär hatte zuvor betont, dass die Zeit für dieses Thema noch nicht reif sei.

Von: APA/ag.

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