Präsident Macron stellte sein Team vor

Neue Regierung in Frankreich ernannt

Mittwoch, 17. Mai 2017 | 16:38 Uhr

Der neue französische Präsident Emmanuel Macron hat seine Regierungsmannschaft aus einem breiten Parteienspektrum zusammengestellt. Zum Außenminister machte der sozialliberale Staatschef am Mittwoch den bisherigen sozialistischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, wie der Elysee-Palast in Paris mitteilte.

Zum Wirtschaftsminister wurde der konservative Abgeordnete Bruno Le Maire ernannt, zum Budgetminister dessen Parteifreund Gerald Darmanin. Das Amt der Verteidigungsministerin übernimmt die Europaabgeordnete Sylvie Goulard von der Zentrumspartei MoDem. MoDem-Chef Francois Bayrou wird Justizminister.

Der sozialistische Senator und Bürgermeister von Lyon, Gerard Collomb, übernimmt das Amt des Innenministers. Zum Umweltminister wurde der bekannte Umweltaktivist und frühere Fernsehmoderator Nicolas Hulot ernannt.

Insgesamt gehören der neuen Regierung 22 Minister und Staatssekretäre an. In ihr sind gleich viele Frauen wie Männer vertreten. Zu ihrer ersten Kabinettssitzung kommt die Regierung am Donnerstagvormittag zusammen.

Bereits am Montag hatte Macron den moderaten Konservativen Edouard Philippe zum Premierminister gemacht. Der neue Staatschef, der sich als weder links noch rechts ansieht, will mit einem breiten Bündnis bei der Parlamentswahl im Juni eine Regierungsmehrheit für seinen Reformkurs gewinnen.

Macron hatte die Präsidentenwahl am 7. Mai klar gegen Marine Le Pen vom Front National gewonnen. Er hofft bei den Parlamentswahlen auf ein starkes Mandat für seine noch junge Partei La Republique en Marche, um Reformen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Ankurbelung der Konjunktur durchsetzen zu können.

Die Ernennung von Ministern aus verschiedenen Lagern gilt als Schachzug Macrons. So gehört Regierungschef Philippe dem moderaten Flügel der konservativen Republikaner an, der von Ex-Premier Alain Juppe angeführt wird. Dieser hat signalisiert, dass er zur Unterstützung Macrons bereit ist. Philippes Ernennung könnte zudem manchen Republikaner motivieren, wie bereits mehrere Sozialisten in Macrons Lager zu wechseln.

Von: APA/dpa