Anna Gabriel hat sich mittlerweile in die Schweiz abgesetzt

Neue Verhöre von Separatisten in Spanien

Dienstag, 20. Februar 2018 | 18:19 Uhr

Nach wochenlanger Pause geht die Justiz in Spanien nun wieder mit Vernehmungen und Vorladungen gegen führende Separatisten der Konfliktregion Katalonien vor. Der frühere Regionalpräsident Artur Mas sagte am Dienstag vor dem Obersten Gericht in Madrid, der vom Katalonien-Parlament im Oktober 2017 gebilligte Beschluss zur Loslösung von Spanien habe nur “symbolische Bedeutung” gehabt.

Im Gegensatz zu anderen Separatisten wurde der liberale Politiker, der 2012 als Regionalpräsident die Unabhängigkeitsbestrebungen eingeleitet hatte, nicht in Untersuchungshaft genommen. Die für Mittwoch vorgeladene Sprecherin der kleinen linksradikalen Partei CUP, Anna Gabriel, hat sich inzwischen in die Schweiz abgesetzt. “Weil ich zu Hause keinen fairen Prozess haben werde, habe ich mir ein Land ausgesucht, das meine Rechte schützen kann”, zitierte die CUP auf Twitter die 42-Jährige. Gabriel habe der Justiz von Genf aus mitgeteilt, dass sie der Vorladung nicht Folge leisten werde.

Nach der Gruppe um den abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont ist Gabriel die erste Separatistin, die vor der Justiz flieht. Nach einem illegalen Referendum und dem Unabhängigkeits-Beschluss hatte Madrid die Regionalregierung im Oktober abgesetzt. Bei der Neuwahl im Dezember errangen allerdings die drei für Unabhängigkeit Kataloniens eintretenden Parteien zusammen wieder die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament von Barcelona.

Derzeit wird zäh über eine neue Regierungsbildung verhandelt. Puigdemont, der Katalonien vom Ausland aus regieren will, da ihm bei einer Rückkehr in die Heimat die sofortige Inhaftierung droht, hält sich mit vier seiner Ex-Minister in Brüssel auf. Vier Separatisten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Von: APA/dpa