Corbyn kündigte eine Untersuchung der Vorwürfe an

Neue Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen britische Politiker

Mittwoch, 01. November 2017 | 06:49 Uhr

Die Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen britische Politiker nehmen zu. Als vorerst letzte Opfer äußerten am Dienstag zwei Frauen schwere Anschuldigungen. Eine Labour-Aktivistin warf einem Parteimitglied Vergewaltigung vor, ein weitere Frau sagte, sie sei von einem Abgeordneten sexuell belästigt worden.

Bex Bailey, ein ehemaliges Mitglied des Labour-Parteipräsidiums, sagte im BBC-Radio, sie sei mit 19 Jahren bei einer Parteiveranstaltung im Jahr 2011 vergewaltigt worden. Aus Scham und Furcht habe sie keine Anzeige erstattet. Zwei Jahre nach dem Verbrechen habe sie sich einem führenden Parteivertreter anvertraut. Dieser habe ihr nahegelegt, nicht mehr darüber zu reden. Das könne ihrer Karriere “schaden”. Bei dem mutmaßlichen Vergewaltiger handelte es sich demnach um ein ranghohes Parteimitglied.

Labour-Parteichef Jeremy Corbyn nannte Baileys Äußerungen mutig und kündigte eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe durch die Partei an. “In der Labour-Partei wird es keine Toleranz für Sexismus, Belästigung oder Missbrauch geben”, schrieb Corbyn bei Facebook.

Nach Veröffentlichungen über mutmaßliche sexuelle Belästigungen durch mehrere Abgeordnete hatte der britische Parlamentspräsident John Bercow am Montag “Null Toleranz” für derartiges Verhalten gefordert. Bercow sprach von “beunruhigenden” Vorwürfen.

Laut Medienberichten soll in Westminster eine Liste mit den Namen von rund 40 Abgeordneten kursieren, darunter sechs Minister, denen sexuelle Belästigung nachgesagt wird. Die Debatte kam ins Rollen, nachdem der Außenhandels-Staatssekretär Mark Garnier einräumte, er habe seiner Sekretärin den Kauf von Vibratoren aufgetragen. Premierministerin Theresa May hatte am Sonntag einen strengeren Verhaltenskodex für Abgeordnete gefordert.

Eine weitere Frau erhob am Dienstag Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen einen Abgeordneten. Der Politiker habe sie während einer Auslandsreise genötigt, sich aufs Bett zu setzen, sie schließlich “auf das Bett gestoßen” und ihre Schulter festgehalten. Dann habe er “versucht, mich zu küssen”, sagte die Frau dem Sender ITV. Obwohl sie nach dem Vorfall zur Polizei gegangen sei und auch der Parlamentsverwaltung davon berichtet habe, sei nichts passiert. Die Polizei befragte laut ITV den Politiker, der alles abgestritten habe. Weil der mutmaßliche Übergriff zudem im Ausland stattgefunden habe, sei nichts weiter unternommen worden.

Von: APA/ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Neue Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen britische Politiker"


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denkbar
denkbar
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

Offensichtlich muss das alle paar Jahre ein Thema sein, damit “Mann” nicht vergisst, dass das gar nicht geht!

witschi
witschi
Universalgelehrter
17 Tage 13 h

einige wenige frauen werden auch etwas erfinden weil „wie steht man denn da, wenn alle frauen sexuell belästigt werden, ausser selbst“.

Waltraud
Waltraud
Tratscher
17 Tage 9 h

@witschi
Entschuldige mal, aber was hast du eingeworfen?

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