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Nichts bleibt verborgen

Dienstag, 07. Juni 2022 | 01:48 Uhr

Bozen – Kritiker haben Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet schon vor der Reise nach Xinjiang gewarnt: Es besteht die Gefahr, dass China den Besuch nutzt, um die Lage der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Provinz zu verharmlosen. Das US-Außenministerium hat die Visite als Fehler bezeichnet. Es gibt jedoch eine Kehrseite der Medaille.

Auch die deutsche Bundesregierung zeigte sich enttäuscht. Das Auswärtige Amt verwies darauf, dass Außenministerin Annalena Baerbock die Aufklärung der gravierenden Vorwürfe über schwerste Menschenrechtsverletzungen gefordert habe. Bachelets Reise nach China sei dieser Erwartung nicht gerecht geworden, sagte ein Sprecher Baerbocks.

Trotzdem ist Xinjiang durch die Reise wieder in den Fokus gerückt – ebenso wie Oelbinur Sedik. Sie ist selbst Uigurin und hat ein Internierungslager in China überlebt. Im Ausland ist sie eine der wenigen, die über ihre Erfahrungen sprechen können. “Ich bin Zeugin von Vergewaltigungen geworden. Nichts von dem, was ich dort erlebt habe, kann ich jemals wieder vergessen”, erklärt sie.

Sie selbst wurde auf Anordnung der chinesischen Regierung zwangssterilisiert. Um die Wahrheit zu verkünden, verzichtet Oelbinur Sedik auf viel. Sie wird ihre Familie in China voraussichtlich nie wieder sehen.

Dass die muslimische Minderheit der Uiguren in China Seit Jahren systematisch unterdrückt wird, darüber herrschen kaum Zweifel – egal, ob Belege nun von einer Menschenrechtskommissarin stammen oder von jemanden, der die Gräuel selbst erlebt hat.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Nichts bleibt verborgen"


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Doolin
Doolin
Kinig
17 Tage 22 h

…Diktatoren tun was sie wollen, niemand zieht sie zur Rechenschaft…oft werden sie sogar bewundert…

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