"Die Wahrheit ist, dass viele dieser Nigerianer hier viel gelitten haben"

Nigeria will schnellere Rückführung von Migranten aus Libyen

Samstag, 06. Januar 2018 | 22:25 Uhr

Nach Berichten über die Misshandlung afrikanischer Flüchtlinge in Libyen will Nigeria die Rückführung seiner Bürger aus dem nordafrikanischen Land beschleunigen. Sein Land werde zwei Flugzeuge chartern, um 800 nigerianische Migranten in ihre Heimat zurückzufliegen, sagte der nigerianische Außenminister Geoffrey Onyeama am Samstag bei einem Besuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis.

Die Flüge fänden in den kommenden Tagen statt und seien für diejenigen Nigerianer gedacht, die sich eine Heimkehr wünschten. Onyeama hatte zuvor nach eigenen Angaben zwei Haftanstalten für Migranten in Libyen besucht und dort mit einigen seiner Landsleute gesprochen. “Die Wahrheit ist, dass viele dieser Nigerianer hier viel gelitten und eine extrem traumatisierende Erfahrung gemacht haben”, sagte er. Sein Ziel sei es nun, diese Menschen “so schnell wie möglich nach Hause zu bringen”.

Der Minister räumte zugleich ein, dass es schwierig sei, die Zahl seiner Landsleute in Libyen zu bestimmen, weil manche auf freiem Fuß seien und andere in Haftanstalten, die nicht von den libyschen Behörden kontrolliert würden.

Im Transitland Libyen sitzen viele Menschen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara unter Bedingungen fest, die von internationalen Organisationen als menschenunwürdig kritisiert werden. Entsetzen hatte vor ein paar Wochen ein Bericht des US-Fernsehsenders CNN ausgelöst, demzufolge Migranten in Libyen auf Märkten wie Sklaven verkauft wurden.

Nigeria hatte daraufhin zugesichert, wöchentlich 250 Migranten aus Libyen zurückzuholen. In der Vergangenheit hatte die EU dem Land immer wieder vorgeworfen, die Rückführung von illegal nach Europa eingewanderten Nigerianern nicht zu unterstützen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Nigeria will schnellere Rückführung von Migranten aus Libyen"


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Kinig
9 Tage 20 h

Das wird oft nicht bedacht, dass die Flüchtlingsströme innerhalb Afrikas am größten sind. Der Gedanke, wie viel Menschen in unzumutbaren Zuständen leben müssen, damit einige Wenige einen enormen Reichtum anhäufen können, ist beinah unerträglich.

Karl
Karl
Tratscher
9 Tage 18 h

Nun lieber Herr Minister. Auch in Europa sind jede Menge Bürger ihres Landes. Die plötzliche Scheinheiligkeit ist eine Frechheit. Bisher hanben sich die meisten dieser Länder mit Händen und Füßen GEWEHRT ihre verlorenen Schäfchen wieder aufzunenmen. Europa lässt sich da gewaltig verarschen von diesen meist korrupten Politikern aus Afrika.

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