Kern und Schnabl hoffen

NÖ-Wahl – SPÖ hofft nach Plus auf Aufwärtstrend

Montag, 29. Januar 2018 | 05:35 Uhr

Die SPÖ hat nach der herben Enttäuschung bei der Nationalratswahl 2017, die ihr im Bund die Oppositionsrolle bescherte, wieder Grund zur Hoffnung. Die NÖ-Landtagswahl bescherte ihr das (nach Kärnten) zweitgrößte Plus der Bundes- und Landeswahlen seit 2008. Bundesparteichef Christian Kern sah seine Partei denn auch gleich im “Aufwärtstrend”.

Diese Hoffnung beruht wohl auch auf der Erfahrung, die die SPÖ während Schwarz-Blau I machte. Die Oppositionsrolle und die Enttäuschung der Wähler über die Regierungsperformance von FPÖ/BZÖ brachten ihr damals eine Phase der Erholung nachdem sie seit den 90er-Jahren regelmäßig Wähler an die FPÖ und auch die Grünen verloren hatte. Die Wahlen von 2000 bis 2006 bescherten den Roten seit langem nicht mehr gekannte Erfolge.

Das endete allerdings mit der Wiederrichtung der Großen Koalition 2006. Seither ging es mit der SPÖ fast ausnahmslos bergab. Ab den nächsten Wahlen 2008 verabschiedeten sich bei fast jeder Nationalrats-, EU- und Landtagswahl Wähler. In nunmehr 22 Wahlgängen konnte die SPÖ nur viermal zulegen.

Zweimal allerdings ganz schwach, um weniger als einen Prozentpunkt (2014 bei der EU-Wahl und 2017 bei der NR-Wahl, wo sie aber Platz 1 verlor). Mit 2,4 Punkten Plus stieg Niederösterreich da wesentlich besser aus. Noch besser lief es nur 2013 in Kärnten, wo die SPÖ mit +8,4 Punkten der skandal- und krisengeschüttelten FPÖ Platz 1 und den Landeshauptmann wieder abjagte. Ob sie dies halten kann, wird sich in fünf Wochen zeigen, wenn in Kärnten der Landtag gewählt wird.

In Niederösterreich ist es der SPÖ gelungen, wieder aus dem historischen Tief herauszukommen in das sie in der letzten Landtagswahlrunde in sechs Ländern gefallen war. Nur im Burgenland, Kärnten, Wien und jetzt auch NÖ steht die SPÖ nicht am niedrigsten Stand der Zweiten Republik. Aber auch in Wien musste sie 2015 einen saftigen Verlust hinnehmen, es galt jedoch als großer Erfolg, dass sie Platz 1 gegen die FPÖ verteidigte. Dafür wurden die Sozialdemokraten in Oberösterreich im selben Jahr nur mehr Dritte. Mit der freiwilligen Übergabe an die ÖVP in der Steiermark stellt die SPÖ mittlerweile nur mehr drei Landeshauptleute: Hans Niessl im Burgenland, Michael Häupl (demnächst Michael Ludwig) in Wien und Peter Kaiser in Kärnten.

Von: apa