Verweise auf Südtirol im Dokument

Non-Paper zu Westbalkan-Grenzen – Vucic bestreitet Beteiligung

Dienstag, 20. April 2021 | 10:50 Uhr

Nach tagelangen Spekulationen hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic eine Beteiligung an dem sogenannten Non Paper zur Grenzziehung am Westbalkan entschlossen bestritten. Er sei an der Gestaltung des Dokuments weder beteiligt gewesen, noch habe er es gesehen, erklärte Vucic am Montagabend gegenüber dem bosnischen TV-Sender Face.

Das inoffizielle Papier über Pläne zu Grenzverschiebungen nach ethnischen Kriterien sorgt seit Tagen für Aufregung. Das vom slowenischen Nachrichtenportal “Necenzurirano” veröffentlichte Schriftstück ist weder unterzeichnet noch an jemanden adressiert. Der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa soll es der EU übermittelt haben. Wer sonst an der Erstellung des Dokuments beteiligt war ist unklar.

Es werde keinen Krieg geben, versicherte Vucic nun dem bosnischen Sender. Serbien könne keinen Krieg mit Bosnien-Herzegowina brauchen, sondern eine gesunde Wirtschaft, so der serbische Präsident. “Ich will Frieden, wir wollen Frieden”, versicherte er.

In Belgrad war in den vergangene Tagen anhaltend darüber spekuliert worden, dass das Non Paper, welches auch die Vereinigung der bosnischen Republika Srpska mit Serbien vorschlägt, vor allem Serbien zu Gute kommen würde. Zur “Lösung ungelöster nationaler Fragen” von Serben, Albanern und Kroaten wird unter anderem die Vereinigung des Kosovo mit Albanien vorgeschlagen, wobei der mehrheitlich von Serben bewohnte Norden einen Sonderstatus nach dem Vorbild Südtirols erhalten sollte.

Beobachtern interpretierten den Vorschlag dahingehend, dass die Vereinigung der Republika Srpska mit Serbien für Belgrad ein Ersatz für den Verlust des Kosovo, bzw. den von Serben bewohnten Norden des jüngsten Staates Europas wäre.

Vucic hatte 2018 selbst neue Grenzziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo vorgeschlagen, ohne den Vorschlag genau zu erläutern. Auchs sein damaliger kosovarischer Amtskollege Hashim Thaci hatte sich für einen Gebietsaustausch ausgesprochen, der die Eingliederung der drei Gemeinden mit albanischem Bevölkerungsanteil in Südserbien an den Kosovo ermöglichen würde. Die Ideen von Vucic und Thaci trafen jedoch auf heftigen Widerstand sowohl in den zwei Staaten als auch bei der internationalen Staatengemeinschaft.

Von: apa

Bezirk: Bozen