Kim Yong-Chol führte in Südkorea Gespräche

Nord- und Südkorea wollen Annäherung nach Olympia fortsetzen

Dienstag, 27. Februar 2018 | 10:01 Uhr

Bei umstrittenen Treffen des nordkoreanischen Generals Kim Yong-chol mit hochrangigen Vertretern Südkoreas zum Ende der Winterspiele in Pyeongchang haben die verfeindeten Staaten laut Seoul die Fortsetzung ihrer Annäherung vereinbart. Zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs sprach Kim am Dienstag mit Südkoreas Geheimdienstchef Suh Hoon und dem Vereinigungsminister Cho Myoung-gyon.

Nord- und Südkorea hätten sich darauf verständigt, “die gemeinsamen Anstrengungen für die Verbesserung der zwischenstaatlichen Beziehungen und die Schaffung von Frieden fortzusetzen”, erklärte das Vereinigungsministerium in Seoul am Dienstag. Fernsehbilder zeigten Kim nach dem Treffen, wie er das Hotel in Seoul verließ, in dem er mit sieben anderen Mitgliedern der nordkoreanischen Delegation wohnte. Die Delegation machte sich auf den Weg zur Grenze.

Bereits am Sonntag, vor der Abschlussfeier der Winterspiele, hatte der südkoreanische Präsident Moon Jae-in die Delegation empfangen. Gegen den Besuch Kims waren auch scharfe Proteste in Südkorea laut geworden. Demonstranten forderten seine Hinrichtung.

Die Kritiker werfen dem General unter anderem vor, für einen Angriff auf die südkoreanische Korvette “Cheonan” im Jahr 2010 verantwortlich zu sein, bei deren Untergang 46 Seeleute ums Leben kamen. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung in den Vorfall.

Nordkorea nutzte die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang für eine Charmeoffensive. Zur Eröffnungsfeier vor zwei Wochen schickte Machthaber Kim Jong-un seine Schwester Kim Yo-jong, die eine Einladung an den südkoreanischen Staatschef für ein Gipfeltreffen in Pjöngjang überbrachte. Zu einem Treffen zwischen den Regierungsdelegationen aus Nordkorea und den USA kam es weder zum Beginn noch zum Abschluss der Spiele.

Von: APA/ag