Der Aufruf für eine Protest-Pause wurde missachtet

Nordirland: Irischer Premier warnt vor “Spirale” der Gewalt

Samstag, 10. April 2021 | 14:06 Uhr

Angesichts der jüngsten Unruhen in Nordirland hat der irische Regierungschef Micheal Martin vor einer “Spirale” der Gewalt gewarnt. Für die Generation des Karfreitagsabkommens von 1998 und für die “zukünftigen Generationen” bestehe die Verpflichtung, nicht in eine “Spirale” zurückzukehren, die “fanatische Morde” und “politische Zwietracht” mit sich bringe, erklärte Martin am Samstag. Bei den Ausschreitungen waren in den vergangenen Tagen Dutzende Polizisten verletzt worden.

Die Nachricht vom Tod des britischen Prinzen Philip führte in der Nacht zu einer gewissen Beruhigung, allerdings gab es auch am Freitagabend Auseinandersetzungen. Der Samstag war der 23. Jahrestag des Karfreitagsabkommens, mit dem der Nordirlandkonflikt, im dem etwa 3.500 Menschen getötet wurden, weitgehend beendet wurde. Die Regierung der britischen Provinz Nordirland hatte am Donnerstag die jüngste Gewalt in einer parteiübergreifenden Erklärung verurteilt. Mahnungen zur Ruhe kamen auch aus London und Washington.

Trotz des Tods von Prinz Philip und den damit verbundenen Appellen zum Gewaltverzicht kam es in Belfast auch am Freitagabend zu Ausschreitungen. Randalierer beschossen Polizisten im Norden Belfasts Medienberichten zufolge mit Molotowcocktails und Raketen, darüber hinaus bewarfen einige von ihnen die Beamten mit Flaschen sowie Steinen. Zunächst hatte es nach einer ruhigen Nacht ausgesehen.

Auch ein Auto und Mülltonnen wurden angezündet, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Dabei wurden laut dem Sender BBC weitere Polizisten verletzt. Zuvor hatten sogenannte Loyalisten – also Anhänger des Verbleibs von Nordirland im Vereinigten Königreich – dazu aufgerufen, die Proteste als Zeichen des Respekts vor der Königin und ihrer Familie nach dem Tod von Prinz Philip zu “verschieben”. Nach einer Trauerzeit sollten die Proteste aber fortgesetzt werden, war auf in Belfast aufgehängten Plakaten zu lesen, wie der “Belfast Telegraph” berichtete. Der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II. war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Von: APA/AFP/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Nordirland: Irischer Premier warnt vor “Spirale” der Gewalt"


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Doolin
Doolin
Superredner
1 Monat 23 h

…ist als Folge des Brexit ja so erwartet worden…
😆

Colinsamuel
Colinsamuel
Neuling
1 Monat 20 h

Als jemand aus Nordirland haben diese Proteste absolut nichts mit dem Brexit zu tun. April bis Juli sind aufgrund der protestantischen Paraden am 12. Juli sehr heikle Monate im Land.

quilombo
quilombo
Tratscher
1 Monat 13 h

aber klar haben sie mit dem Brexit zu tun.

quilombo
quilombo
Tratscher
1 Monat 12 h

Nordirland gehört zu Irland. Seit fast 100 Jahren hält die britische Regierung Nordirland gegen den Willen der Mehrzahl der Bevölkerung wie eine Kolonie fest. Jetzt mit dem Brexit ist der Wunsch beim irischem Mutterland zu sein, wieder stark geworden. Die Nordiren haben gegen den Brexit gestimmt.
Am schlimmsten war es unter dem Regime von Margaret Thatcher. Sie ließ die Nordirische Freiheitsbewegung unter Mißachtung jeglicher Menschenrechte brutal unterdrücken.
Damals starben auch Bobby Sands und 10 seiner Mitstreiter unter Folter im Gefängnis.

Zugspitze947
1 Monat 5 h

Tja Herr Johnson und Farage ihr habt mit dem BREXIT die Geister  losgelassen und nun werdet ihr gejagt ! Echt traurig wie man das Irische Volk hinters Licht geführt hat 🙁

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