Das Stollen-Netzwerk in Punggye-ri wird wieder instand gesetzt

Nordkorea bereitet sich laut UNO auf weiteren Atomtest vor

Freitag, 05. August 2022 | 18:54 Uhr

Nordkorea bereitet sich den Vereinten Nationen zufolge auf seinen ersten Atomtest seit 2017 vor. Zuletzt seien Bauarbeiten an einer unterirdischen Testanlage im Norden des Landes beobachtet worden: “Die Arbeiten am Atomtestgelände Punggye-ri ebnen den Weg für weitere Atomtests zur Entwicklung von Atomwaffen”, hieß es in einem bisher vertraulichen UNO-Expertenbericht, der der Deutschen Presse-Agentur in Teilen vorlag.

Satellitenaufnahmen ließen darauf schließen, dass Nordkorea sein Stollennetzwerk in Punggye-ri instand setze sowie 2018 im Zuge von Verhandlungen mit den USA abgerissene Gebäude auf dem Gelände wieder aufbaue. Nach Angaben des UNO-Berichts, der den Zeitraum der vergangenen Monate abdeckt, wurden zudem die Kapazitäten zur Produktion von spaltbarem Material in der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon hochgefahren.

Seit Monaten befürchten Beobachterinnen und Beobachter, dass nach zahlreichen Raketentests der erste Atomtest von Machthaber Kim Jong-un seit knapp fünf Jahren bevorstehen könnte. Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) hatte bereits im Juni auf Aktivitäten in Punggye-ri verwiesen. Nordkorea hatte dort zwischen 2006 und 2017 sechs Testexplosionen durchgeführt.

Das Land erlaubt keine internationalen Inspektionen vor Ort. Nordkorea feuerte unter Verstoß gegen UNO-Sicherheitsratsresolutionen in diesem Jahr nach UNO-Angaben bereits über 30 ballistische Raketen ab – darunter mehrere Interkontinentalraketen.

UNO-Generalsekretär António Guterres hatte erst am Montag auch angesichts von Nordkoreas Atomprogramm davon gesprochen, die Welt befinde sich in einer “Zeit nuklearer Gefahr, wie es sie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr gegeben hat”. Die Menschheit laufe Gefahr, die Lehren von Hiroshima und Nagasaki zu vergessen. “Heute ist die Menschheit nur noch ein Missverständnis, eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt.”

Die Vereinten Nationen reagierten am Freitag mit der Forderung, einen Atomtest in Nordkorea abzuwenden. Guterres sei weiter der Ansicht, dass die koreanische Halbinsel denuklearisiert werden müsse. “Ich denke, dies ist einer dieser Fälle, in denen die internationale Gemeinschaft mit einer Stimme sprechen und mit einem einheitlichen Ziel arbeiten muss”, sagte sein Sprecher, Stephane Dujarric.

Nordkorea finanziert sein Atomprogramm den UNO-Experten zufolge weiterhin mit Hackerangriffen, bei denen Computerspezialisten durch Datenklau Geld nach Pjöngjang schleusen. Sie hätten “Hunderte Millionen Dollar” in Kryptowährungen erbeutet. Entgegen der UNO-Sanktionen gegen die Autokratie exportiere das Land außerdem Kohle.

Diktator Kim Jong-un will mit den Raketentests und seinem Atomprogramm den Druck auf die Weltgemeinschaft zum Aufheben der Sanktionen erhöhen. Gleichzeitig liegt die Diplomatie zu den USA seit dem gescheiterten zweiten Gipfeltreffen Kims mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 brach. Nordkorea machte daraufhin mehrfach deutlich, an neuen Gesprächen nicht interessiert zu sein, solange Washington keine neuen Vorschläge unterbreite.

Im UNO-Sicherheitsrat waren die USA im Mai mit einer Resolution für schärfere internationale Sanktionen gegen Pjöngjang gescheitert. Russland und China legten bei der Abstimmung in New York Vetos ein.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Nordkorea bereitet sich laut UNO auf weiteren Atomtest vor"


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N. G.
N. G.
Kinig
5 Tage 3 h

“Heute ist die Menschheit nur noch ein Missverständnis, eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt.”

Keine Frage, das sind wir! Und warum? Weil jeder Konflikt sofort auf die Spitze getrieben wird? Sogar wie im Fall Taiwan unnötig und ohne Dringlichkeit grsucht wird!
Wollen wir wirklich Krieg? Langsam glaube ich , wir suchen ihn!

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
4 Tage 4 h

N.G.
Wollen wir wirklich den Allerwertesten eines jeden Diktators von innen erkunden?

N. G.
N. G.
Kinig
3 Tage 22 h

@Look_at_Yourself Du willst ihn doch von aussen erkunden! Dann mach hinne und tu das, aber dann SELBST und nicht andere schicken!

falschauer
5 Tage 1 h

die lebensquität der menschen in den ländern dieser diktatoren ist verheerend, habe zb heute morgen einen bericht über die obdachlosen in moskau gesehen da stehen einem die haare zu berg wenn man sieht wie viel armut und elend dort herrscht, im vergleich dazu leben wir ja wie im paradies, trotz allem fließen aud kosten des volkes milliarden dollar in die rüstung, damit diese despoten wie putin, xi jinping und kim jong un, ihren arsch sicher fühlen….wer so ein system zu rechtfertigen versucht, sollte sich selbst hinterfragen was er von sich halten soll

Doolin
Doolin
Kinig
3 Tage 20 h

…nix zu fressen, aber brav Atombomben bauen…

Dagobert
Dagobert
Kinig
5 Tage 3 h

Nicht die Menschheit hat Hiroshima und Nagasaki vergessen, sondern diese drei kommunistischen Volltrottel anscheinend! 😡

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
5 Tage 1 h

Mit dem großen Bruder im Rücken tut Nordkorea was es will. Ein neuer Diktator mit Atombombe ist nicht mehr zu verhindern. Für China kommt Kim gelegen, ist er doch als verlängerter Arm der Mann fürs Grobe, ähnlich wie die Wagner Söldner Armee für Russland, nur eben noch größer und mit Atombombe. Skrupellos sind sie beide und beide scheren sich nicht um Menschenrechte oder Völkerrechtlich! Keine gute Aussicht bei dieser selbstverschuldeten Abhängigkeit von Russland und China!

Offline1
Offline1
Kinig
5 Tage 1 Min

Oberirdischer Anbau von Nahrungsmitteln für den überwiegend “nichtpriviligierten” Teil der Bevölkerung wäre wichtiger.

pfaelzerwald
4 Tage 16 h

@offline1
Stimmt. Werden die aber wohl nicht machen.

Offline1
Offline1
Kinig
4 Tage 13 h

@pfaelzerwald..das befürchte ich auch. Aber selbst bei so einem Thema gibt es noch 🧠Lose 👎 DrückerINNEN

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