"Babyface" Kim schlägt um sich

Nordkorea kappte letzte diplomatische Verbindungen zu USA

Montag, 11. Juli 2016 | 14:40 Uhr

Nordkorea kappt die letzten diplomatischen Verbindungen zu den USA. Das Land sei informiert worden, dass nunmehr sämtliche Kanäle geschlossen worden seien, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Demnach reagiert die Führung Nordkoreas damit auf eine Entscheidung der US-Regierung, Diktator Kim Jong-un persönlich wegen Menschenrechtsverletzungen mit Sanktionen zu belegen.

Alle Angelegenheiten würden nun im Rahmen des Kriegsrechts behandelt, berichtete die Agentur weiter. Dies betreffe auch zwei inhaftierte Amerikaner. Sie waren staatsfeindlicher Verbrechen für schuldig befunden worden.

Zwar unterhalten Nordkorea und die USA keine diplomatischen Verbindungen. Die nordkoreanische UNO-Gesandtschaft in New York dient jedoch als Hauptkommunikationskanal zwischen Washington und Pjöngjang.

Das US-Finanzministerium hatte vergangenen Mittwoch Sanktionen gegen insgesamt 16 Einzelpersonen und Organisationen verhängt, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Mit den Sanktionen wird Eigentum derer, die auf der Schwarzen Liste stehen, eingefroren, soweit sich dieses unter US-Gerichtsbarkeit befindet. US-Bürgern wurden Geschäfte mit diesen Personen und Organisationen verboten. 

Die Beziehungen zwischen Nordkorea und seinem südlichen Nachbarn sowie mit den USA sind besonders angespannt, weil das stalinistisch geführte Land heuer zum vierten Mal einen atomaren Sprengsatz sowie eine Langstreckenrakete testete. Die Regierungen in Washington und Seoul wollen deswegen ein modernes Raketenabwehrsystem in Südkorea stationieren. Die Streitkräfte des Nordens drohten am Montag mit einer “physischen Reaktion”. Das kommunistische Land droht freilich regelmäßig mit einem Angriff auf den Süden, mit dem seit Ende des Koreakriegs (1950-53) lediglich ein Waffenstillstand, aber kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Daher befinden sich das mit den USA verbündete Südkorea und Nordkorea formal nach wie vor im Kriegszustand.

Von: apa