Nordkoreas Bevölkerung wird permanent eingeschworen

Nordkorea verlagert Militärflugzeuge an Ostküste

Dienstag, 26. September 2017 | 11:14 Uhr

Nordkorea verstärkt nach dem jüngsten verbalen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump offenbar die Verteidigung an seiner Ostküste. Das Land verlege Flugzeuge dorthin und ergreife andere Maßnahmen, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag. Zuvor hatte Nordkorea mit einem Abschuss von US-Langstreckenbombern gedroht, da die USA dem Land den Krieg erklärt hätten.

China und Russland warnten beide Seiten angesichts des immer hitzigeren Schlagabtauschs vor einer militärischen Eskalation. Ein Krieg in Korea werde keinen Gewinner haben, erklärte China. “Die Politiker in den USA und Nordkorea verfügen hoffentlich über genügend politisches Urteilsvermögen, um einzusehen, dass der Einsatz militärischer Mittel niemals eine gute Methode ist, um den Konflikt auf der Halbinsel zu bereinigen und ihre eigenen Bedenken zu zerstreuen”, warnte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Lu Kang. Gegenseitige Drohgebärden und Provokationen würden den Konflikt nur anheizen und den Raum für eine politische Lösung verringern.

Auch Russland mahnte, es könne keine militärische Lösung für den Konflikt geben. Das Vorgehen der USA führe in eine Sackgasse, und ein Krieg auf der Halbinsel hätte katastrophale Konsequenzen, warnte das Außenministerium in Moskau einer Meldung der Nachrichtenagentur RIA zufolge. Russland bemühe sich hinter den Kulissen um eine politische Lösung. Die Möglichkeit, mit Sanktionen Druck auf Nordkorea auszuüben, sei allerdings nahezu erschöpft.

Nordkorea hatte den USA zuvor vorgeworfen, dem kommunistischen Land den Krieg erklärt zu haben. Es drohte seinerseits mit dem Abschuss amerikanischer Langstreckenbomber. Die Äußerungen von US-Präsident Trump am Wochenende seien eindeutig eine Kriegserklärung, sagte Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho am Montag im Anschluss an die UN-Vollversammlung in New York. Das Land habe jedes Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu zähle auch, strategische Bomber der USA abzuschießen, selbst wenn sie sich nicht im nordkoreanischen Luftraum befänden.

“Wir haben Nordkorea nicht den Krieg erklärt”, konterte Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Diese Annahme sei einfach nur absurd. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, Trump werde mit Optionen versorgt, wie man mit Nordkorea umgehen könnte, sollten die Provokationen anhalten. Nordkorea verstößt mit seinen Atom- und Raketentests seit Jahren gegen UN-Resolutionen. Zuletzt hatte das international weitgehend isolierte Land mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik gedroht. Die US-Börsen reagierten nach Ris Äußerungen mit Verlusten.

US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte am Dienstag bei einem Besuch in Indien, die USA begrüßten die Bemühungen Indiens und der internationalen Gemeinschaft, den Druck auf Nordkorea wegen dessen “gefährlichem und destabilisierendem” Verhalten zu erhöhen. Mattis traf in New Delhi mit seinem indischen Amtskollegen Nirmala Sitharaman zusammen.

Als Demonstration ihrer militärischen Stärke hatten die USA am Wochenende Langstreckenbomber in den internationalen Flugraum östlich des abgeschotteten Landes geschickt. Es sei das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge oder Bomber so weit nördlich der entmilitarisierten Zone geflogen seien, die Nord- und Südkorea trennt, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Eine Sprecherin erklärte, dies sei eine klare Botschaft an Nordkorea, dass es viele militärische Optionen gebe, um auf Bedrohungen zu reagieren.

Von: APA/ag.

Kommentare

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10 Kommentare auf "Nordkorea verlagert Militärflugzeuge an Ostküste"


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denkbar
denkbar
Universalgelehrter
25 Tage 21 h

Der Konflikt spitzt sich weiter zu. Die martialischen Drohungen des US-Präsidenten, die massiven Drohungen Nordkoreas.
Diesen Konflikt, der in erster Linie ein Kampf zwischen zwei Ver-rückten zu sein scheint, braucht die Welt nun wirklich nicht.

Tazverbot
Tazverbot
Grünschnabel
25 Tage 20 h

Den 2. WK u.s.w brauchte auch niemand und doch werden sie geführt.

JingJang
JingJang
Grünschnabel
25 Tage 20 h

@denkbar kann dir nur zustimmen, die Drahtzieher sind aber im Hintergrund. Nicht Politiker regieren die Welt sondern das Geld. Politiker bekommen Geld, wer ist eigentlich der letzte in der Kette des Geldsystems? Der letzte in der Kette bestimmt die Regeln, weil ja alle anderen von ihm abhängig sind. Die Weltkrieg waren kein Zufall und der dritte wird es auch nicht sein, sofern wir mitspielen.

maria zwei
maria zwei
Superredner
25 Tage 19 h

nein aber der Verrücktere scheint mir der Nordkoreaner zu sein, der von Anfang an nur provoziert. Kein anderer amerikanischer Präsident würde sich das gefallen lassen

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
25 Tage 18 h

Wen provoziert er und wie? Durch Militärmanöver vor Amerikas Küste? Die einzigen die direkt provoziert wurde nur japan. Über ihren Köpfen flogen Raketen

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
25 Tage 17 h

@JingJang Auch ich kann nur zustimmen. Das Wirtschaftssystem gehört grundlegend reformiert, denn dieses System fördert die Gier und fördert, dass einige ganz wenige das Weltvermögen in der Hand haben und damit die Welt regieren. Es waren auch die, die in den USA dafür gesorgt haben, dass so ein durch und durch und im weitesten Sinne ungebildeter Narzisst Präsident der Vereinigten Staaten werden konnte. Hätten die diesen Hampelmann nicht gewollt, hätte er nicht einmal eine Chance zur Kandidatur gehabt.

JingJang
JingJang
Grünschnabel
25 Tage 15 h

@denkbar ganz deiner Meinung

InFlames
InFlames
Grünschnabel
25 Tage 19 h
Wann endlich fängt dieser Kim an zu kapieren, dass er ganz massiv gegen den Wind pinkelt?? Die jüngere Geschichte lehrt uns, dass die USA, sobald es innenpolitisch brenzlig wird, es gerne irgendwo auf der Welt krachen lassen. Und genau jetzt scheitert Trump an Obamacare und hat auch noch diesen dämlichen Hymnenstreit an der Backe. Dies, gepaart mit seinem unberechenbaren und cholerischen Charakter, verheisst nichts gutes. Und dass sich die USA, die sich ja gern als weltweite “Oberbefehlshaber” sehen, noch lange auf der Nase herumtanzen lassen, ist mehr als fraglich. Kim sollte es als tunlichst vermeiden, auf irgendwelchen Knöpfen herumzudrücken, ansonsten… Weiterlesen »
hannes
hannes
Grünschnabel
25 Tage 19 h

@mikeman: wieso reist du nicht nach Nordkorea und schlichtest den Streit durch dein Verhandlungsgeschick und deine ausgezeichneten Rhetorikkenntnissen?

Amadeus
Amadeus
Grünschnabel
25 Tage 16 h

Auf keinen Fall kann man dieser Nordkoreanischen, äußerst brutalen, Diktatur erlauben atomare und “wasserstoffene” Waffen zu besitzen. Da ist die gesamte Welt aufgefordert etwas zu tun. Trump hin oder her, die USA haben diesen Missstand erst richtig aufgedeckt. Und dafür werden wir ihnen einmal dankbar sein. 

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