Nordkoreas General Kim Yong-chol bei Winter-Olympia im Süden

Nordkorea zu Gesprächen mit den USA bereit

Sonntag, 25. Februar 2018 | 15:19 Uhr

Nordkorea ist nach südkoreanischen Regierungsangaben zu Gesprächen mit den USA bereit. Das habe der nordkoreanische General Kim Yong-chol bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in am Sonntag bekundet, berichtete das Präsidialamt in Seoul laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap. Für Ärger sorgten jedoch neue Nordkorea-Sanktionen der USA.

Die beiden waren vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zu einem einstündigen Gespräch zusammengetroffen. Der südkoreanische Präsident habe dabei betont, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den USA “zu einem frühen Zeitpunkt” abgehalten werden müsse, um die innerkoreanischen Beziehungen zu verbessern und auch zu einer grundlegenden Lösung im Atomkonflikt zu kommen.

“Die nordkoreanische Delegation stimmte ebenfalls zu, dass sich die Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA entlang den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea entwickeln müssen, während sie betonen, ausreichende Absichten zu haben, einen Dialog mit den USA zu halten”, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes laut Yonhap.

Die USA haben mit weiteren Nordkorea-Sanktionen indessen auch für Verärgerung in China gesorgt. Würden einseitig Firmen aus der Volksrepublik ins Visier genommen, so könnte das die Zusammenarbeit in dem Konflikt beschädigen, erklärte das Außenministerium am Wochenende in Peking.

Nordkorea beschuldigte die US-Regierung, die jüngste Annäherung mit dem Süden sabotieren zu wollen. Sollte es eine Seeblockade geben, würde man dies als kriegerische Handlung einstufen. Russland forderte die Regierung in Washington erneut zu direkten Verhandlungen mit Nordkorea und einem US-amerikanisch-russischen Dialog auf.

Die USA hatten am Freitag 27 Firmen und 28 Schiffe auf eine Sanktionsliste gesetzt. Sie werden nach Erkenntnissen der Regierung für die Umgehung bestehender Strafmaßnahmen genutzt. Die Aktion betrifft Reedereien und Energiefirmen aus China, Hongkong, Taiwan und Singapur. Ziel ist nach US-Angaben das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm. Der isolierte Staat entwickelt Waffen, mit denen das US-Festland erreicht werden kann.

Präsident Donald Trump drohte zugleich mit einer Eskalation. “Phase 2 könnte sehr hart und für die Welt sehr, sehr unerfreulich werden. Aber die Sanktionen werden hoffentlich Wirkung zeigen.” Regierungskreisen zufolge planen die USA auch, Schiffe öfter auf hoher See zu stoppen und zu durchsuchen. Eine Seeblockade sei aber nicht vorgesehen.

Von: APA/dpa/ag.