Der geflüchtete Soldat nutzte dichten Nebel

Nordkoreanischer Soldat floh über Grenze nach Südkorea

Donnerstag, 21. Dezember 2017 | 13:28 Uhr

Neuer Zwischenfall an der schwer bewachten innerkoreanischen Grenze: Südkoreanische Soldaten haben nach Militärangaben Warnschüsse auf Soldaten aus Nordkorea abgegeben, die einen geflüchteten Kameraden gesucht haben. Etwa 20 Schüsse seien aus einem Maschinengewehr abgefeuert worden, als sich die Soldaten aus Nordkorea der militärischen Demarkationslinie zwischen beiden Ländern genähert hätten.

Dies teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Donnerstag mit. Zuvor war erneut ein Soldat der Volksarmee durch die demilitarisierte Zone (DMZ) nach Südkorea geflüchtet. Die Schüsse fielen den Angaben zufolge mehr als eine Stunde nach der morgendlichen Flucht des Soldaten. Auch seien später Schüsse auf nordkoreanischer Seite gehört worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs. Doch seien dabei keine Kugeln über die Grenze geflogen.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge im westlichen Abschnitt der militärischen Pufferzone, die beide Länder auf einer Länge von rund 240 Kilometern und einer Breite von vier Kilometern trennt. Zum Zeitpunkt der Flucht des nordkoreanischen Soldaten habe Nebel geherrscht. Der Geflüchtete ist Medienberichten zufolge 19 Jahre alt. Er sei bei seiner Flucht bewaffnet gewesen. Er erschien nach der Flucht durch die DMZ vor einem südkoreanischen Grenzposten.

Es war das vierte Mal in diesem Jahr, dass ein Soldat der anderen Seite nach Südkorea geflohen war, wie das Ministerium mitteilte. Rund fünf Wochen zuvor hatte sich ein Soldat aus Nordkorea unter dramatischen Umständen über den Grenzort Panmunjom abgesetzt. Er wurde dabei von nordkoreanischen Grenzposten angeschossen. Er überlebte schwer verletzt.

Das Vereinigungsministerium in Seoul teilte unterdessen mit, dass am Mittwoch zwei Nordkoreaner in einem kleinen Holzboot über die Seegrenzlinie nach Südkorea geflüchtet seien. Bei einer Patrouillenfahrt der südkoreanischen Marine im Japanischen Meer seien die beiden Männer entdeckt worden. Sie hätten ihren Wunsch geäußert, in Südkorea bleiben zu wollen. Beide würden über ihre Fluchtmotive befragt.

Zahlreiche Nordkoreaner flüchten jedes Jahr aus Hunger oder Unzufriedenheit mit der autokratischen Führung aus ihrer weithin abgeschotteten Heimat. Doch die meisten flüchten dabei über die Grenze nach China, oft fallen dabei auch Schüsse von Grenzsoldaten. Über Drittländer gelangen viele später nach Südkorea.

Von: APA/ag.