Der "schillernde Typ" schimpft wie ein Rohrspatz

Obama sagt Treffen mit Duterte nach “Hurensohn”-Sager ab

Dienstag, 06. September 2016 | 09:17 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat ein geplantes Treffen mit dem philippinischen Staatschef Rodrigo Duterte abgesagt, nachdem dieser ihn heftig beschimpft hatte. Wörtlich sagte er: “Hurensohn, ich werde Dich bei diesem Forum verfluchen”, sollte ihn Obama wegen der Verstöße gegen die Menschenrechte auf den Philippinen belehren. “Wenn Du das tust, werden wir uns wie Schweine im Matsch wälzen”.

Statt des für Dienstag vorgesehenen Treffens am Rande des ASEAN-Gipfels in Laos sei nun eine Begegnung Obamas mit der koreanischen Präsidentin Park Geun-hye geplant, sagte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats in Washington. Duterte bedauerte daraufhin seine beleidigenden Äußerungen.

Duterte propagiert seit seinem Amtsantritt Ende Juni außergerichtliche Tötungen von mutmaßlichen Straftätern, Drogenhändlern und Drogensüchtigen. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni wurden in dem Land bereits mehr als 2.400 Menschen getötet – teils von der Polizei, teils von Bürgerwehren. Menschenrechtsgruppen und die UNO kritisieren das Vorgehen der Führung scharf, sie beklagen ein Klima der Gesetzlosigkeit.

Der Staatschef hingegen verbittet sich Lektionen in Menschenrechtsfragen. “Ich scheiße auf jeden, der mein Verhalten beobachtet”, hatte er am Montag gesagt. Obama sagte daraufhin am Rande des G-20-Gipfels in Hangzhou, Duterte sei ein “schillernder Typ”. Er werde sich mit seinem Team beraten, ob ein Treffen tatsächlich sinnvoll sei. “Ich möchte stets sichergehen, dass ein Treffen auch produktiv ist und wir etwas erreichen”, sagte Obama.

Die Drogenkriminalität auf den Philippinen sei tatsächlich ein ernstes Problem, sagte der US-Präsident. Er werde aber weiter die Art kritisieren, wie sie bekämpft werde. Duterte ist seit langem für seine Beleidigungen bekannt, doch nach Obamas Absage des Treffens zeigte er sich versöhnlich. Er “bedauere”, dass seine Äußerungen als “persönlicher Angriff auf den US-Präsidenten” verstanden worden seien, erklärte Duterte.

Die USA unterhalten enge Beziehungen zu ihrer früheren Kolonie in Südostasien, doch ist das Verhältnis seit dem Amtsantritt Dutertes angespannt. Er war mit dem Versprechen gewählt worden, einen gnadenlosen Feldzug gegen die Kriminalität zu führen. Bei dem Treffen in Laos’ Hauptstadt Vientiane wollten Obama und Duterte eigentlich über den Territorialstreit der Philippinen mit China im Südchinesischen Meer sprechen.

Der Internationale Schiedshof in Den Haag hatte kürzlich in einem Urteil die chinesischen Gebietsansprüche in dem Seegebiet als historisch unbegründet zurückgewiesen, Peking kündigte jedoch an, den Schiedsspruch zu ignorieren. Duterte bemüht sich, das angespannte Verhältnis zu dem großen Nachbarn zu verbessern. Zugleich stellte er das enge militärische Bündnis mit den USA infrage.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Obama sagt Treffen mit Duterte nach “Hurensohn”-Sager ab"


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sepp2
Grünschnabel
25 Tage 5 h

Duterte ist einer der besten Presidenten der Welt

Calimero
Grünschnabel
25 Tage 1 h

Guter Witz 😂😃😂

zombie1969
Grünschnabel
25 Tage 8 h
R. Dutertes politische Schwerpunkte lassen sich nicht nur auf den Kampf gegen Drogen und Korruption reduzieren. In den ausländischen Medien wird er oft einseitig dargestellt. Er geht Probleme an, die seit Jahrzehnten auf Lösungen harren. Ein Erfolg seiner Regierung, der beweist dass sie auf Ausgleich und die Einheit der Nation bedacht ist. Wenn es ihm gelingt die muslimischen Separatisten im Süden auf dem Verhandlungsweg in das nationale philippinische Boot zu holen, dann wäre das für die Philippinen ein riesiger Gewinn. Er hat angekündigt sich dafür einzusetzen, weil er weiss, dass dabei mit brachialer Staatsgewalt nichts zu gewinnen ist. Aber es… Weiterlesen »
Neumi
Grünschnabel
25 Tage 2 h

Ein Wortgefecht zwischen dem und Trump wäre garantiert unterhaltsam, da lernen wir wahscheinlich ein paar neue Worte.

Anja
Grünschnabel
24 Tage 22 h

… wenns bei einem wortgefecht bleibe… bei trump!?!?!

Mistermah
Grünschnabel
25 Tage 6 h

Daumen hoch zombie! Guter kommentar.
Kann hierzu nicht viel sagen, da mir die politischen hintergründe fehlen. Sicherlich ist die annährung an china und das infragestellen der kooperation mit den usa für duterte ein gefährliches spiel. Man weiss was passiert, wenn man sich gegen big brother stellt.
Obamas familie ist dort nicht unbekannt. Seine mutter (der vater ist kenianer) heirate, als obama noch ein kleinkind war, einen reichen ölmanager aus indonesien. Obama verbrachte seine kindheit dort. Vielleicht steckt hinter diesen beleidigungen auch eine familiere geschichte.

Tabernakel
Tratscher
24 Tage 18 h

Zombie kopiert nur. google einmal nach dem Text

traktor
Grünschnabel
24 Tage 22 h

guter präsident!! der würde hierzulande auch aufräumen und wir wären wieder sicher…

andr
Grünschnabel
25 Tage 3 h

demokratie braucht zeit und menschen die bereit dazu sind eine Einmischung ist daher sinnlos man siehe in den nahen osten! Irak der scheinbar von sadam housein befreit wurde uns einer Demokratie zugewandt wurde! eine sehr fragwürdige Einmischung

Der Boese
Grünschnabel
24 Tage 22 h

Hoch lebe Duerte!!!

Jogl
Tratscher
24 Tage 20 h

Zuerst Merkel, Putin, Juncker,Trump, Erdogan,Kim Jong un, etc. jetzt kommt noch
Duterte dazu. Die Welt hat noch immer nicht genug von diesen
unberechenbaren Typen “Politikdespoten”

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