An dem Gottesdienst nahmen mehr als 3.000 Menschen teil

Obama und Bush würdigten McCain – Trump besuchte Golfplatz

Sonntag, 02. September 2018 | 06:32 Uhr

In Abwesenheit von Präsident Donald Trump haben hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft in Washington Abschied vom verstorbenen US-Senator John McCain genommen. Bei der Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale würdigten die früheren Präsidenten Barack Obama und George W. Bush am Samstag den international geachteten Politiker.

“Er hat uns zu besseren Präsidenten gemacht, so wie er den Senat besser gemacht hat, so wie er dieses Land besser gemacht hat”, sagte Obama.

McCain war vor einer Woche im Alter von 81 Jahren in Arizona an einem Gehirntumor gestorben. Der Republikaner war der schärfste innerparteiliche Gegner Trumps.

Obamas Amtsvorgänger Bush sagte über McCain: “Er war ehrenhaft, immer anerkennend, dass seine Kontrahenten immer noch Patrioten und Menschen waren.” Bush fügte hinzu: “Im Angesicht der Herrschenden bestand McCain darauf: Wir sind besser als das. Amerika ist besser als das.” McCain habe “Machtmissbrauch verachtet”.

US-Präsident Donald Trump nahm an der Trauerfeier nicht teil, er besuchte stattdessen seinen Golfklub im benachbarten Bundesstaat Virginia. Die Feier war nur für geladene Gäste. Medienberichten zufolge hatte McCain nicht gewünscht, dass Trump an seiner Beerdigung teilnimmt.

McCains Tochter Meghan McCain sagte bei ihrer bewegenden Rede in Anlehnung an Trumps Wahlkampfslogan “Make America Great Again”: “Das Amerika John McCains hat es nicht nötig, wieder groß gemacht zu werden, weil Amerika immer groß war.” Meghan McCain kritisierte zugleich die “billige Rhetorik von Männern, die den Opfern, die er so bereitwillig gab, nie nahekommen konnten”. Ihr Vater war mehr als fünf Jahre in nordvietnamesischer Kriegsgefangenschaft.

McCain hatte die Präsidentenwahl 2008 als Kandidat der Republikaner gegen den Demokraten Obama verloren. Im Jahr 2000 unterlag er Bush in den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.

Obama sagte, McCain habe verstanden, “dass manche Prinzipien über Politik hinausgehen, dass manche Werte über Parteien hinausgehen. Deswegen hat er eine freie und unabhängige Presse als lebenswichtig für eine gute Debatte verteidigt.” Dies kann als Seitenhieb auf Trump verstanden werden, der einen Großteil der US-Medien immer wieder verunglimpft und unterstellt, dass diese bewusst unwahr berichten. Weiter sagte Obama, McCain habe gewusst, dass Demokratie nicht funktioniere, wenn man die Wahrheit aus Gründen politischer Opportunität beugt.

Trumps Name fiel bei der zweieinhalbstündigen Trauerfeier kein einziges Mal. Mehrere prominente Vertreter des Weißen Hauses gehörten am Samstag zu den Gästen in der Kathedrale, aber nicht zu den Trauerrednern. Medienberichten zufolge hatte McCain sich gewünscht, dass Trump nicht an seiner Beerdigung teilnimmt.

Nach dem Tod McCains am Samstag vergangener Woche hatte Trump die Verdienste des Senators und Kriegsveteranen erst nach massivem öffentlichem Druck gewürdigt. Bei einer Trauerfeier im US-Kapitol am Freitag hatte Vizepräsident Mike Pence den Verstorbenen geehrt.

An dem Gottesdienst am Samstag nahmen mehr als 3.000 Menschen teil, darunter zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Deutschland wurde auf Bitten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vertreten.

Am Sonntag soll McCain auf dem Gelände der Marineakademie in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland mit militärischen Ehren beigesetzt werden. McCain war am vergangenen Samstag auf seiner Ranch in Arizona an den Folgen eines Gehirntumors gestorben.

McCains Leiche war nach seinem Tod am Samstag vergangener Woche zunächst in seinem Heimatstaat Arizona geehrt worden. Am Freitag war seine Leiche im Kapitol in Washington aufgebahrt worden – eine Ehre, die in dieser Form bislang nur 30 Amerikanern vor ihm zuteil wurde.

Vor dem Gottesdienst hatte die Wagenkolonne mit der Leiche des Senators am Ehrenmal für die Gefallenen des Vietnam-Krieges gehalten. McCain war als Pilot der US-Navy in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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15 Kommentare auf "Obama und Bush würdigten McCain – Trump besuchte Golfplatz"


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wellen
wellen
Superredner
18 Tage 2 h

Trump soll sich schämen in Grund und Boden und in seinen Golflöchern versinken

faif
faif
Grünschnabel
18 Tage 1 h

…der trump wor von vornherein ausgloden gworden….der mc cain hottn net gmegg.

typisch
typisch
Universalgelehrter
18 Tage 1 h

mc cain hätte sicher umgekehrt auch trump gewürdigt👍

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
18 Tage 18 Min

Wieso? Sie waren Feinde. Dieses häuchlerische Getue überlässt er den anderen. Ich wette mit dir, dass beim Begräbnis von Trump auch viele abwesend sein werden.

denkbar
denkbar
Kinig
17 Tage 20 h

Stimmt, Trump hat sich wieder mal von seiner bildungs- und anstandsfernen Seite gezeigt, während die Familie McCain die ganze Woche über während diverser Feierlichkeiten Stil und Klasse gezeigt hatte.

Mastermind
Mastermind
Superredner
17 Tage 20 h

Bitte wie? Schäme dich für deine Aussage, ein Mann der für den Vietnamkrieg war und gefördert hat, indem man einen Krieg auf einer Lüge angefangen hat wie die Wehrmacht damals bei Polen. McCain zu ehren, wäre das gleiche als würde man es für Josef Mengele oder Hitler machen würde.

typisch
typisch
Universalgelehrter
17 Tage 19 h

@denkbar
hatten die feierlichkeiten? wow, das zeigt an klasse

denkbar
denkbar
Kinig
17 Tage 16 h

@typisch . Noch nie was von Trauerfeierlichkeiten gehört? Sagt viel über Sie aus!

Dagobert
Dagobert
Superredner
18 Tage 3 h

Eine grössere ,,Watsche” hätte McCain disem arroganten Trump nicht geben können. 🤣

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
18 Tage 17 Min

Was für watsche? Das er das zeitliche gesegnet hat? Ist Trump aber sowas von egal. Mir übrigens auch

Eppendorf
Eppendorf
Superredner
18 Tage 17 h

Er war ein aggresiver Falke.

typisch
typisch
Universalgelehrter
18 Tage 14 h

kommt sicher in den himmel

m69
m69
Universalgelehrter
18 Tage 6 h

Sollte es einen Himmel geben, sicher nicht!

m69
m69
Universalgelehrter
18 Tage 6 h

Das war er!
😎

m69
m69
Universalgelehrter
18 Tage 48 Min

Mccain, war zwar ein überzeugter Gegner von bestimmten Foltermethoden (da Er ja selber 5 Jahre davon profitiert hat, um es mal gelinde auszudrücken).
Er war aber ein überzeugter Kriegstreiber, aber frage in die Runde, wer ist das nicht in Amerika?
Vielleicht noch Sanders?

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