Der ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Öffentlich-Rechtliche Sender für mehr Meinungsvielfalt

Samstag, 20. Oktober 2018 | 12:15 Uhr

Im Rahmen des 32. internationalen Medienfestivals Prix Europa in Berlin, bei dem jährlich die besten TV-, Radio- und Onlineproduktionen gewürdigt werden, unterzeichnete ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in Potsdam mit 20 weiteren Vertretern öffentlicher Rundfunkanstalten die “Potsdamer Erklärung”. Mit ihr will man die Rolle der Sender in einer sich ändernden Medienwelt betonen.

“In unserer Zeit, die geprägt ist von immer größer werdender Gegensätzlichkeit, der Erstarrung von Standpunkten und Populismus, übernehmen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkorganisationen quer durch Europa eine lebensnotwendige Rolle”, heißt es in dem Memorandum.

“Die Nachrichten sollen unparteiisch sein, der Information soll jedermann vertrauen können, Inhalte sollen alle erreichen, alle Auffassungen spiegeln und zwischen den Gesellschaftsgruppen Brücken schlagen”, unterstreich man weiters: “Die europäischen Rundfunkorganisationen haben die Verpflichtung, ein öffentliches Forum für grundverschiedene Ansichten zu sein. Diese Widersprüchlichkeit gehört zu Europas Identität. Wir haben gelten zu lassen, dass Überzeugungen voneinander abweichen. Dieser Grundgedanke ist das Herzstück der Demokratie.” Es sei nun an der Zeit, für die Medienfreiheit einzutreten.

Am gestrigen Freitag ist das Prix Europa in Berlin mit der Verleihung der traditionellen Stier-Trophäen zu Ende gegangen. Aus österreichischer Sicht kann sich der ORF über den Preis für “The Cleaners – Im Schatten der Netzwelt” als beste TV-Dokumentation freuen.

Die Dokumentation über Onlinezensur auf Social Media ist in Zusammenarbeit mit dem ORF entstanden und war im vergangenen September in ORF 2 zu sehen. Daneben gab es in der Kategorie des besten Radiohörspiels noch einen fünften Platz für die Ö1-Produktion “Die Schuhe der Braut” von Magda Woitzuck. Als bester Fernsehfilm wurde indes die ungarische Arbeit “Örök Tel” (Eternal Winter) gewürdigt, als beste Fernsehserie “Gevoel voor Tumor” (Sense of Tumour) aus Belgien.

Von: apa

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