Israels Impfplan ist schon weit fortgeschritten

Österreich, Israel und Dänemark gründen Impfstiftung

Donnerstag, 04. März 2021 | 18:41 Uhr

Österreich, Israel und Dänemark wollen eine gemeinsame Stiftung für Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung von Covid-19 gründen. Das gaben die Regierungschefs Sebastian Kurz (ÖVP), Mette Frederiksen und Benjamin Netanyahu am Donnerstag in Jerusalem bekannt. Die Stiftung soll der Grundstein für eine Kooperation bezüglich der Corona-Impfstoffe sein. Das Volumen soll 50 Mio. Euro betragen, teilte Kurz im Anschluss mit.

Die Schwerpunkte sollen in der Impfstoffproduktion, der Impfstoffforschung und der Entwicklung von Medikamenten liegen. Wie Kurz nach dem Treffen vor österreichischen Journalisten sagte, sei das langfristige Ziel der Zusammenarbeit, gemeinsam vollständige Produktionslinien aufzustellen. Das Basisvolumen der Stiftung betrage zunächst 50 Mio. Euro, es stünde aber auch weiteren Ländern offen, sich dabei zu beteiligen. Auch Netanyahu sagte bei der Pressekonferenz, es hätten bereits mehrere Staaten diesbezüglich angefragt – konkrete Länder wollten beide vorerst nicht nennen.

Auf die Kritik aus Frankreich, das gemeinsame Projekt sei gegen die europäische Einheit gerichtet, antwortete Kurz: “Wir leisten aktiv unseren Beitrag, wo wir nur können, sowohl finanziell, als auch bei der Schaffung von Produktionskapazitäten.” Er sei “sehr froh” über das Engagement von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für die Impfstoffbeschaffung. Gleichzeitig kritisierte er erneut “das langsame und sehr bürokratische Vorgehen” der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Das mittelfristige Ziel der israelisch-österreichisch-dänische Kooperation sei zunächst vor allem, die Kräfte in Produktion und Forschung bestmöglich zu bündeln.

Kurz und Frederiksen waren zu einem eintägigen Besuch zu Netanyahu gereist, um die künftige Zusammenarbeit im Impfbereich festzuzurren. Sie lobten beide vor Journalisten Netanyahus Politik in der Corona-Pandemie und das derzeitige israelische Impfprogramm. “Die ganze Welt schaut heute mit Bewunderung auf Israel”, betonte Kurz. “Israel ist das erste Land der Welt, das vorzeigt, dass man das Virus besiegen kann.” Israel gilt derzeit als “Impfweltmeister” in der Corona-Pandemie. Allerdings muss das Land selbst die Corona-Impfstoffe aus dem Ausland beziehen.

In Israel finden außerdem am 23. März Parlamentswahlen statt, zum vierten Mal innerhalb von nur zwei Jahren. Netanyahu, der seit 2009 Premierminister ist, hofft auf eine Stärkung seiner rechtskonservativen Partei Likud. Außerdem strebt er danach, einer Verurteilung in einem derzeit gegen ihn laufenden Korruptionsprozess zu entgehen.


Datenquelle: Commissario straordinario per l'emergenza Covid-19 del Governo Italiano | Open Data su consegna e somministrazione dei vaccini anti COVID-19 in Italia

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Österreich, Israel und Dänemark gründen Impfstiftung"


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monia
monia
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Wir brauchen junge, dynamische Politiker in Europa! Eine Angela Merkel hat nie soviel Einsatz und Mut gezeigt – aber genau das würden wir so sehr benötigen! Deshalb wird Deutschland zur Zeit auch von allen abgehängt weil veraltete Strukturen vorhanden sind!

Gleichzeitig wird die EU von den Bürokraten erdrückt – siehe auch EMA mit ihren verspäteten Zulassungsverfahren!

Deshalb sterben auch täglich weiterhin hunderte Menschen weil wir einfach nicht den Mut haben schnell und mutig zu handeln!

Jiminy
Jiminy
Kinig
1 Monat 7 Tage

geh bitte! Jung, dynamisch?? Alle kurzsichtig!!! Seit spätestens Oktober 2020 war es klar, dass Impfstoffe bald kommen würden ABER nie und niemals die nötige Produktion garantiert werden kann (sogar ich grosser Ignorant schrieb schon damals mehrere Kommentare dazu!). Schon am 1. April 2020 (kein Aprilscherz) hat eine Gruppe Wissenschaftler (erinnere mich leider nicht mehr wer) der EU gesagt, dass man PRODUKTIONSSTELLEN finden muss!! Und zum Schluss, nachdem wir Bürger Monate lang auf alles mögliche verzichten mussten und noch immer müssen, können die Pharmaindustrien noch immer ihre Patente behalten und somit eine Beschleunigung der Produktion verhindern! Das ist zum kotzen!!!

Zugspitze947
1 Monat 6 Tage

monia: Ahnung hast du wohl GAR KEINE !!!!!! denn Frau Merkel bzw Deutschland hat schon üner eine MILLIARDE an Unterstützung für die MRNA Impfstofforschung zur Verfügung gestellt. Und Kurz stellt sich das so vor dass er mit 50 lächerlichen Milliönchen etwas erreichen könnte =einfach Stümperhaft 🙁 Übrigens hat deutschland auch die EBOLA im Kongo vor Jahren mit 300 MIO erfolgreich bekämoft ! Und das komplette TSUNAMI Warnsystem in Thailand bezahlt !!!!! Wer keine Ahnung hat sollte sich erst mal informieren bevor man LÜGEN verbreitet 🙁

Faktenchecker
1 Monat 7 Tage

Mal eben in die Sonne geflogen?  Unglaublich! Schon wieder Missbrauch von Steuergeldern nur weil er Werbefotos braucht!

quilombo
quilombo
Tratscher
1 Monat 7 Tage

ausgerechnet mit Netanjahu anbändeln! Na gute Nacht. Hat dem Kurz jemand erzählt, wie in Israel die Impfkampagne abläuft?

Faktenchecker
1 Monat 6 Tage

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Österreich und Dänemark bei der gemeinsamen Beschaffung von Impfstoffen durch die EU den Geldbeutel geschlossen gehalten haben.

Die Bürger müssen das nun ausbaden und den Regierungen brennt der Allerwerteste.

Geiz ist geil?

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